Prognose der Bundesregierung Wirtschaftseinbruch wegen Corona geringer als erwartet

Die durch die Pandemie ausgelöste Rezession fällt ungefähr so stark aus wie die in der Finanzkrise, sagt Bundeswirtschaftsminister Altmaier voraus. Schon nächstes Jahr werde die Wirtschaft wieder kräftig wachsen.
Ein Mitarbeiter in einem Werk der Heidelberger Druckmaschinen AG

Ein Mitarbeiter in einem Werk der Heidelberger Druckmaschinen AG

Foto: Uwe Anspach / DPA

Der Wirtschaftseinbruch durch die Coronakrise wird nach Einschätzung der Bundesregierung nicht so stark ausfallen wie noch im Frühjahr angenommen. Nach SPIEGEL-Informationen rechnet Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) für dieses Jahr mit einem Minus von 5,8 Prozent. Im April war er noch davon ausgegangen, dass die Wirtschaft 2020 um 6,3 Prozent schrumpft. Der Einbruch der Wirtschaft fällt damit nur unwesentlich stärker aus als bei der Finanzkrise 2009. Damals nahm das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 5,7 Prozent ab.

Auf das kommende Jahr blicken die Konjunkturexperten der Bundesregierung etwas weniger optimistisch als noch im Frühling. Für 2021 sagen sie ein Wachstum von 4,4 Prozent voraus. Das liegt deutlich unter den 5,2 Prozent, die sie in ihrer letzten Schätzung voraussagten.

Erholung in Form eines V

Auch wenn die Wachstumsverluste im nächsten Jahr noch nicht komplett wieder aufgeholt werden, zeichnet sich für die Wirtschaft eine Erholung ab, die Experten mit der Form eines V beschreiben. Einem starken Einbruch folgt ein fast ebenso steiler Anstieg des BIP.

Die Zahlen will Wirtschaftsminister Altmaier heute vorstellen. Sie sind Grundlage für eine interne Steuerschätzung der Bundesregierung, die in der nächsten Woche stattfinden wird. Auf Grundlage dieser Zahlen stellt Finanzminister Olaf Scholz (SPD) den Haushaltsentwurf für 2021 und die Finanzplanung für die Folgejahre auf.

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