Wirtschaftsleistung seit der Wiedervereinigung Der Osten kann nicht aufholen

Auch drei Jahrzehnte nach dem Mauerfall ist Ostdeutschland bei Wirtschaftsleistung und Löhnen hinterher. Die Produktivität erreicht laut einer Studie nur 82 Prozent des Westniveaus.
Arbeiter in einer Maschinenfabrik in Sachsen

Arbeiter in einer Maschinenfabrik in Sachsen

Foto: Monika Skolimowska/ picture alliance/dpa

Die Produktivität in Ostdeutschland ist auch 30 Jahre nach der Wiedervereinigung deutlich geringer als in Westdeutschland: Im Jahr 2017 lag sie einer Studie des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zufolge in den neuen Ländern einschließlich Berlin bei durchschnittlich 82 Prozent des Westniveaus. Kein ostdeutsches Flächenland reicht demnach bislang an das westdeutsche Schlusslicht Saarland heran. Ostdeutsche Betriebe haben in jeder Größenklasse eine mindestens 20 Prozent niedrigere Produktivität.

Der Präsident des IWH, Reint Gropp, kritisierte vor diesem Hintergrund die milliardenschweren Fördermittel der Landesregierungen im Osten: "Die Subventionspolitik hatte negative Konsequenzen", sagte er bei der Vorstellung der Untersuchung. Sie habe Unternehmen verleitetet, nicht benötigte Arbeitsplätze zu erhalten. Deshalb seien Firmen im Osten noch immer weniger produktiv als im Westen.

Die Produktivitätsunterschiede gehen den IWH-Ökonomen zufolge auch mit Lohndifferenzen einher: Das mittlere Einkommen liegt in Ostdeutschland bei 81 Prozent des Bundesdurchschnitts. Im Westen wiederum existiert, abgesehen von Hamburg und einigen Regionen Nordrhein-Westfalens, ein deutliches Süd-Nord-Lohngefälle. In Ingolstadt und in Erlangen etwa liegt der mittlere Lohn bei 144,4 Prozent des Bundesdurchschnitts - in Cloppenburg bei 81,3 Prozent. In Ostdeutschland reicht die Spanne - abgesehen von Berlin - von 68 Prozent in Görlitz bis 95,5 Prozent in Jena.

kko/AFP/dpa
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