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Ranking: Die zukunftsfähigsten Städte

Foto: A3471 Boris Roessler/ dpa

Wirtschaftsstarke Städte Stuttgart fällt zurück, Berlin holt auf

Die Hauptstadt hat sich wirtschaftlich am besten entwickelt: In einem Vergleich der 30 größten deutschen Städte steigt Berlin von Platz 24 in die Top Ten auf. Stuttgart rutscht dagegen um 13 Ränge nach unten.

Hamburg - Stuttgart macht derzeit Schlagzeilen wie kaum eine andere Stadt. Der Streit über das Milliardenprojekt Stuttgart 21 spaltet die Republik und könnte sogar dazu führen, dass die CDU bei den Landtagswahlen im Frühjahr ihr Stammland Baden-Württemberg verliert.

Nun zählt die Hauptstadt des Landes auch noch beim Städtevergleich des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts HWWI zu den großen Verlierern: Stuttgart fiel von Platz 3 auf Platz 16 zurück, teilte das HWWI mit. Im Auftrag der Berenberg Bank haben die Forscher die wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit der 30 größten deutsche Städte verglichen. Zuletzt wurde das Städteranking im Mai 2008 vorgestellt.

Der Grund für Stuttgarts Abstieg liegt laut den Forschern allerdings nicht etwa an der Protestwelle gegen das Bahnprojekt. Vielmehr leidet die Stadt aufgrund ihrer hohen Exportabhängigkeit überdurchschnittlich stark unter den Folgen der Wirtschaftskrise. Die habe die Entwicklung bei der Produktivität und bei der Zahl der Erwerbstätigen gebremst. Zudem sei die Bevölkerungsdynamik deutlich verhaltener als in anderen Großstädten.

Großer Gewinner des Städterankings ist Berlin: Die Hauptstadt kletterte von Platz 24 auf Platz 8. Seit 2005 seien in Berlin 123.000 zusätzliche Arbeitsplätze entstanden, so viel wie in keiner anderen deutschen Stadt. "Der Wachstumsmotor der Hauptstadt ist angesprungen, die Standortvorteile Internationalität, Bildung und Erreichbarkeit haben sich seit dem Vergleich 2008 weiter verbessert und kommen zum Tragen", sagte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar.

An der Spitze stehen wie vor zwei Jahren Frankfurt und München, dann kommen Düsseldorf, Bonn und Köln. Auf den hinteren Rängen finden sich Wuppertal, Bochum und - ganz am Schluss - Chemnitz.

Dresden auf Platz 9, Leipzig auf Platz 11

Für die Studie haben die Autoren mehrere demografische und wirtschaftliche Kennwerte verglichen, darunter die Entwicklung von Bevölkerung, Erwerbsarbeit, Produktivität, Bildung und Mobilität.

Ostdeutschland ist nur mit drei Städten vertreten, von denen Dresden (Platz 9) und Leipzig (Platz 11) aber recht ordentlich abschneiden. Die zweitgrößte deutsche Stadt Hamburg behauptete sich auf Platz 7.

Die 30 größten Städten erbringen rund ein Drittel der deutschen Wirtschaftsleistung. "Städte entscheiden über den Erfolg ganzer Volkswirtschaften", sagte Straubhaar. "Arbeitnehmer finden hier berufliche Chancen, Firmen qualifizierte Fachkräfte." Um Erfolg zu haben, müssten Städte offen sein für neue Ideen und so Talente anziehen, die Technologie und Fortschritt bringen.

Am einfachsten lasse sich der Erfolg einer Stadt daran ablesen, ob sie junge Menschen gewinne oder verliere. Daran gemessen sind die Millionenmetropolen München, Berlin und Hamburg besonders erfolgreich, aber auch Dresden und Leipzig. Eher bergab gehe es dagegen mit Duisburg, Wuppertal und Gelsenkirchen.

cte/dpa