Vereinigte Staaten US-Wirtschaft wächst langsamer

Das Wirtschaftswachstum in den USA hat sich zum Jahresende merklich abgeschwächt. Auch der Arbeitsmarkt schwächelt: Die Zahl der Erwerbslosen, die erstmals staatliche Unterstützung beantragen, legte innerhalb einer Woche deutlich zu.

Arbeiter im US-Bundesstaat Ohio: Das Wachstum schwächelt
Brian Snyder/REUTERS

Arbeiter im US-Bundesstaat Ohio: Das Wachstum schwächelt


Washington - Nach monatelangem Haushaltsstreit und einer arktischen Kältewelle schwächelt das Wirtschaftswachstum in den USA. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Oktober bis Dezember aufs ganze Jahr hochgerechnet um 3,2 Prozent, wie das Handelsministerium mitteilte. Im Sommer hatte die Wirtschaft noch um 4,1 Prozent zugelegt.

Auch der US-Arbeitsmarkt wartet auf einen Aufschwung: Allein in der vergangenen Woche ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um 19.000 auf 348.000 gestiegen, hieß es aus dem US-Arbeitsministerium. Schlechte Nachrichten gibt es zudem von den Börsen: Die Kurse von US-Staatsanleihen sind am heutigen Donnerstag überwiegend mit Verlusten in den Handel gestartet.

Ursachen für den Negativtrend gibt es mehrere: Im Oktober hatte der monatelange Haushaltsstreit dazu geführt, dass 800.000 Staatsbedienstete in Zwangsurlaub geschickt wurden und zum Teil keinen Lohn erhielten. Durch diesen sogenannten Shutdown wurde die US-Wirtschaftsleistung laut Handelsministerium um rund 0,3 Prozentpunkte gedrückt. Hinzu kam eine arktische Kältewelle zum Jahresende, die das öffentliche Leben in Teilen des Landes zum Stillstand brachte. Dies hatte auch dem Arbeitsmarkt einen kräftigen Dämpfer versetzt, so dass sich der Stellenaufbau zum Jahresende verlangsamte. Trotzdem drosselte die Notenbank Fed zuletzt ihre Konjunkturhilfen auf monatlich 65 Milliarden Dollar.

Wachstumstreiber sind in den USA die Verbraucher: Der private Konsum, der für die Vereinigten Staaten besonders wichtig ist, legte im vergangenen Quartal um 3,3 Prozent zu - so stark wie seit drei Jahren nicht mehr. Im Gesamtjahr legte die Wirtschaft um 1,9 Prozent zu und damit weit stärker als in Deutschland, wo das Bruttoinlandsprodukt lediglich um 0,4 Prozent zulegte.

mxw/dpa/AP/Reuters

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muellerthomas 30.01.2014
1.
Zitat von sysopREUTERSDas Wirtschaftswachstum in den USA hat sich zum Jahresende merklich abgeschwächt. Auch der Arbeitsmarkt schwächelt: Die Zahl der Erwerbslosen, die erstmals staatliche Unterstützung beantragen, legte innerhalb einer Woche deutlich zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaftswachstum-in-den-usa-hat-sich-verlangsamt-a-950231.html
Schwächelt? Es war eher in Q3 sehr ordentlich und lag in Q4 mit 3,2% immer noch zufriedenstellend hoch. Zudem belasteten die bundesstaatlichen Ausgaben mit nahezu einem Prozentpunkt, während nicht nur der Konsum, sondern auch die Nettoexporte gut zum Wachstum beitrugen. Alles in allem also eine eher gute Nachricht. Nun ja, die Quote ist mittlerweile auf 6,7% gesunken. Das sind wöchentliche Zahlen. Was soll also die Aussage "*alleine* in der vergangenen Woche"? 300 bis 350 Tsd. Erstanträge pro Woche sind die zu erwartende Zahl in einer Aufschwungphase. Deutlich unter 300 Tsd. wäre ein Boom. :-) ja, offenbar weil die Marktteilnehmer die Zahlen eher positiv sehen und die Zinsen daher steigen.
spiekr 30.01.2014
2. "die Marktteilnehmer"
Zitat von muellerthomasSchwächelt? Es war eher in Q3 sehr ordentlich und lag in Q4 mit 3,2% immer noch zufriedenstellend hoch. Zudem belasteten die bundesstaatlichen Ausgaben mit nahezu einem Prozentpunkt, während nicht nur der Konsum, sondern auch die Nettoexporte gut zum Wachstum beitrugen. Alles in allem also eine eher gute Nachricht. Nun ja, die Quote ist mittlerweile auf 6,7% gesunken. Das sind wöchentliche Zahlen. Was soll also die Aussage "*alleine* in der vergangenen Woche"? 300 bis 350 Tsd. Erstanträge pro Woche sind die zu erwartende Zahl in einer Aufschwungphase. Deutlich unter 300 Tsd. wäre ein Boom. :-) ja, offenbar weil die Marktteilnehmer die Zahlen eher positiv sehen und die Zinsen daher steigen.
sind welche Gruppen? Am wichtigsten sind nicht die Finanz-Marktteilnehmer, sondern Käufer, die so begeistert von (hochpreisigen / hoch kalkulierten) US Waren sind, das reichlich gekauft wird und weniger importiert werden muss. Das schafft die so dringend benötigten gut bezahlten Arbeitsplätze für breite Schichten.
UDabbeljuhE 30.01.2014
3. Das war ich
Zitat von sysopREUTERSDas Wirtschaftswachstum in den USA hat sich zum Jahresende merklich abgeschwächt. Auch der Arbeitsmarkt schwächelt: Die Zahl der Erwerbslosen, die erstmals staatliche Unterstützung beantragen, legte innerhalb einer Woche deutlich zu. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/wirtschaftswachstum-in-den-usa-hat-sich-verlangsamt-a-950231.html
Das Wirtschaftswachstum schwächt sich ab? Ja, das war ich. Von einem Land das mich ausspioniert kaufe ich nichts. Jetzt Hunger ich sie aus. Ha
trienfield 30.01.2014
4. Egal wie es steht....
" @muellerthomas sieht die US Wirtschaft grundsätzlich im "Indian Summer". Immer im Einsatz.... für eine gute Sache. Ich seh da viele rottige Merkmale...
bernd_rickert 31.01.2014
5.
Zitat von muellerthomasSchwächelt? Es war eher in Q3 sehr ordentlich und lag in Q4 mit 3,2% immer noch zufriedenstellend hoch. Zudem belasteten die bundesstaatlichen Ausgaben mit nahezu einem Prozentpunkt, während nicht nur der Konsum, sondern auch die Nettoexporte gut zum Wachstum beitrugen. Alles in allem also eine eher gute Nachricht. Nun ja, die Quote ist mittlerweile auf 6,7% gesunken. Das sind wöchentliche Zahlen. Was soll also die Aussage "*alleine* in der vergangenen Woche"? 300 bis 350 Tsd. Erstanträge pro Woche sind die zu erwartende Zahl in einer Aufschwungphase. Deutlich unter 300 Tsd. wäre ein Boom. :-) ja, offenbar weil die Marktteilnehmer die Zahlen eher positiv sehen und die Zinsen daher steigen.
... weil mehr Arbeitnehmer aus der Arbeitlosenstatistik heraus gefallen sind. vgl. food stamp programm Das sind ihre perönlichen Erwartungen. Die US-Regierung hatte andere, etwas konkretere Zahlen erwartet. [/QUOTE] Etwa so wie in Griechenland. Dort sind die Zinsen wegen positiver Erwartungen zeitweise auf über 30% gestiegen.
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