Betrugsvorwurf Russischer Topökonom Mau wird angeklagt

Er gehörte zum russischen Establishment, nun soll sich Wladimir Mau offenbar vor Gericht verantworten. Dem Berater mehrerer Regierungen wird Betrug »von ungewöhnlich großem Ausmaß« vorgeworfen.
Regierungsnah: Wladimir Mau (r.) bei einer Ehrung durch Wladimir Putin im Jahre 2017

Regierungsnah: Wladimir Mau (r.) bei einer Ehrung durch Wladimir Putin im Jahre 2017

Foto: Aleksey Druzhinin / Kremlin / Sputnik / REUTERS

Der einflussreiche russische Ökonom Wladimir Mau ist wegen Betrugs »von ungewöhnlich großem Ausmaß« angeklagt worden. Das teilte das russische Innenministerium mit. Das Verfahren gegen Mau ist demnach Teil eines größeren Falls, in den ein weiterer hochrangiger Akademiker sowie ein früherer Vizebildungsminister verwickelt sei.

Der 62-jährige Mau ist ein liberaler Ökonom, der enge Verbindungen zu Spitzenpolitikern pflegt und mehrere Regierungen beriet. Er war ein Mitarbeiter von Jegor Gaida, der Russland nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion 1991 eine ökonomische »Schocktherapie« verordnet hatte.

Zum Aufenthaltsort von Mau gab es zunächst widersprüchliche Angaben. Die staatliche Nachrichtenagentur Tass meldete, der Ökonom sei festgenommen worden. Der Agentur Interfax zufolge soll Mau hingegen unter Hausarrest gestellt werden.

dab/Reuters
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