Reform Bundesregierung will Wohngeld von 2016 an erhöhen

Seit sechs Jahren ist das Wohngeld nicht mehr erhöht worden, nun soll es von 2016 an soweit sein. Das Bauministerium will die Leistung für fast 900.000 Haushalte um im Schnitt 39 Prozent anheben - der Mieterbund übt dennoch Kritik.
Plattenbau in Berlin: Ab Januar 2016 soll es mehr Wohngeld geben

Plattenbau in Berlin: Ab Januar 2016 soll es mehr Wohngeld geben

Foto: Jens Kalaene / dpa

Berlin - Die Bundesregierung will ab Januar 2016 das Wohngeld erhöhen. Im Schnitt sollen die ausgezahlten Beträge um 39 Prozent steigen, teilt das Bundesbauministerium auf seiner Internetseite mit . Damit solle der Anstieg sowohl der Kaltmieten als auch der Nebenkosten seit der bislang letzten Erhöhung im Jahr 2009 berücksichtigt werden. Seitdem seien die Warmmieten um durchschnittlich neun Prozent gestiegen.

In Einzelfällen ergibt sich laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung eine Erhöhung des Wohngelds um bis zu 197 Prozent - das angeführte Beispiel macht aber deutlich, dass sich selbst ein derart hoher prozentualer Anstieg in absoluten Beträgen im Rahmen hält: Eine dreiköpfige Familie mit Kleinkind und Eigenheim bekäme demnach künftig 92 statt 31 Euro im Monat.

Dem Ministerium zufolge sollen rund 870.000 Haushalte von der Wohngeld-Reform profitieren, darunter 90.000 Haushalte, die bislang auf die Grundsicherung angewiesen waren und kein Wohngeld erhalten haben. Ministerin Barbara Hendricks (SPD) sagte der Zeitung, es sollen mehr Menschen Wohngeld erhalten und jeder Einzelne einen höheren Betrag.

Der Deutsche Mieterbund (DMB) hat die angekündigte Erhöhung als "überfällig" bezeichnet. "Es ist ein Witz, dass zwischen 2009 und 2016 das Wohngeld nicht erhöht wurde, obwohl die Mieten in dem Zeitraum deutlich gestiegen sind", sagte DMB-Sprecher Ulrich Ropertz. Nötig sei, den Zuschuss künftig stetig anzupassen. Zudem fehle in den Plänen der Regierung eine Heizkostenkomponente.

vet/fdi/dpa/AFP
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