Finanzminister Schäuble "Kenne niemanden, der die Absicht hat, Bargeld abzuschaffen"

Wolfgang Schäuble hält die Abschaffung des 500-Euro-Scheins für sinnvoll. Es gebe aber keinen Grund, um das Bargeld generell zu fürchten.
Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

Foto: JOHN MACDOUGALL/ AFP

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hält Sorgen vor einer Abschaffung des Bargelds in Deutschland für grundlos. Entsprechende Interpretationen seien ziemlicher Unsinn, sagte Schäuble in Berlin vor dem Verein der Auslandspresse. "Ich finde, wir sollten uns in diese Aufregungsspirale nicht hineinbegeben."

Hintergrund ist der Beschluss der Europäischen Zentralbank (EZB), den 500-Euro-Schein allmählich aus dem Verkehr zu ziehen. Die noch in Umlauf befindlichen Fünfhunderter behalten aber ihren Wert und bleiben Zahlungsmittel. Ziel sei es, Terrorfinanzierung und Geldwäsche besser zu bekämpfen, so die EZB. Aus diesem Grund wird auch darüber diskutiert, Bargeldgeschäfte in Deutschland auf maximal 5000 Euro zu begrenzen.

"In Kontinentaleuropa kenne ich niemanden, der die Absicht hat, Bargeld abzuschaffen", sagte Schäuble. Er kenne aber sehr viele, die wie er der Meinung seien, dass Geldwäsche, Steuerhinterziehung und Terrorfinanzierung erfolgreicher bekämpft werden müssten als bisher.

Es gebe nur eine ganz kleine Zahl von Ländern, die Banknoten mit einem höheren Wert als 500 Euro hätten. Er selbst habe auch zu denen gehört, die bis vor wenigen Monaten noch nie einen 500-Euro-Schein gesehen hätten, so Schäuble.

asa/dpa
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