Abschiedsrede in Washington Schäuble hält Plädoyer für freien Handel

Seit acht Jahren ist Wolfgang Schäuble Bundesfinanzminister, nun ist er auf Abschiedstour in Washington. Er nutzte sie für eine Warnung an US-Präsident Trump.

Wolfgang Schäuble
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Wolfgang Schäuble


Mit einem Plädoyer gegen Protektionismus hat sich Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) von der Bühne der multilateralen Finanztreffen verabschiedet. Das langsame Wachstum des globalen Handels und die zunehmende "Rhetorik gegen den freien Handel" seien Anlass zur Besorgnis, sagte Schäuble in einer Rede bei der Jahrestagung von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank in Washington. Dies seien "Bedrohungen für unser gemeinsames wirtschaftliches Wohlergehen".

Auch wenn er keine Namen nannte, bezog sich Schäuble mit seinen Warnungen offensichtlich unter anderem auf den Kurs von US-Präsident Donald Trump. Unter seinem Motto "Americat" hat Trump diverse internationale Handelsabkommen scharf kritisiert und das pazifische Freihandelsabkommen t" hat Trump diverse internationale Handelsabkommen scharf kritisiert und das pazifische Freihandelsabkommen TPP bereits aufgekündigt. Zudem hat er ausländischen Unternehmen mit Strafzöllen und -steuern gedroht.

In seiner Rede vor dem IWF-Lenkungsausschuss (IMFC) betonte Schäuble, dass sich Deutschland weiterhin "dem Protektionismus in allen seinen Formen widersetzen" und sich für globale wirtschaftliche und finanzielle Kooperation engagieren werde.

Der Welthandel habe Millionen von Menschen aus der Armut herausgeholfen und Stabilität und Wohlstand rund um den Globus geschaffen, sagte Schäuble. Er sprach aber auch die Kehrseite der Globalisierung an. Die Staaten müssten effiziente Maßnahmen zum Schutz jener Menschen treffen, die unter dem wirtschaftlichen Strukturwandel und dem verschärften internationalen Wettbewerb zu leiden hätten.

Nach acht Jahren als Bundesfinanzminister wird Schäuble in anderthalb Wochen aus dem Amt scheiden. Am 24. Oktober soll er zum Bundestagspräsidenten gewählt werden.

koe/AFP/Reuters

insgesamt 16 Beiträge
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Annabelle_ 14.10.2017
1.
Er hat tatsächlich auch auf internationale wie nationale Kehrseiten der Medaille hingewiesen? Hätte ich 'Mr. Schwarze Null' nicht zugetraut. Dass der nicht noch Gefahr läuft, sympathisch zu werden..
lars.manhof 14.10.2017
2. Alt und weise sind 2 vollkommen verschiedene Dinge
Schäuble ist so ein Politiker alter Schule, der zu einer selbstkritischen Analyse seines Wirkens so unfähig ist, wie ein Walfisch zum Fliegen. Der Welthandel hat eben genau nicht 'Millionen von Menschen aus der Armut herausgeholfen und Stabilität und Wohlstand rund um den Globus geschaffen', sondern das Gegenteil gemacht. Auch die Freihandelsträume des alten Burschen haben das Klimaproblem auf dieser ehemals so schönen Erde erst geschaffen. Aber dafür ist er zu alt und zu eingebildet, das noch zu begreifen.
Stäffelesrutscher 14.10.2017
3.
Herr Schäuble ist für freien Handel? Okay, dann mal bitte benennen: Wie hoch sind die deutschen Zölle für Kaffeebohnen und Kakaobohnen? Wie hoch für Kaffee und Schokolade? Bohnen: in beiden Fällen Null. Kaffee 7,5 % bzw. 9 %; Schokolade 30 %.
guenther.kukla 14.10.2017
4. Tatsächlich ?
Schäuble warnt Trump ? Kommt mir so vor wie der Witz von der Ameise und dem Elefanten, indem die Ameisenuhren Kämpfer, der am Hals des Elefanten sitzt, zurufen : " würg ihn, Wolfgang" Ich denke, deutsche Politiker überschätzen ihre Möglichkeiten auf der internationalen Bühne, und die deutschen. Medien. feuern die Ameise an.
braindead0815 14.10.2017
5. ich bin mir sicher
das griechen, portugiesen, spanier und irländer diesem beitrag zustimmen : "Der Welthandel habe Millionen von Menschen aus der Armut herausgeholfen und Stabilität und Wohlstand rund um den Globus geschaffen, sagte Schäuble." auch die berühmte schere zwischen arm und reich (gerade in deutschland) wird danke schäuble immer größer. im würgegriff der schwarzen null befinden sich die länder und sind unfähig nötige investitionen in bildung infrastruktur etc. zu tätigen. während investoren sich an den finanzmärken mit dem billigen geld gegenseitig bewerfen (dank schäuble), können sich die länder und deren bürger fragen, warum immer da geld fehlt wo es gebraucht wird, während geld um schnelle gewinne zu machen immer vorhanden ist. genau wie bei kohl (schwarzgeld), muss man schäuble fragen, warum das deutsche volk die schulden von investoren, banken und spekulanten aus der krise übernehmen musste.
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