WTO-Prognose Euro-Krise bremst Welthandel

Die Krise in Europa bremst das Wachstum auch in diesem Jahr. Die Welthandelsorganisation hat ihre Prognose für 2013 erneut deutlich gesenkt. Für das kommende Jahr wird ein robusteres Wachstum erwartet.

Containerhafen in Hamburg: Unsicherheit über Zukunft des Euros
dapd

Containerhafen in Hamburg: Unsicherheit über Zukunft des Euros


Genf - Die Euro-Krise dämpft den weltweiten Warenaustausch stärker als bislang angenommen. Die Welthandelsorganisation WTO senkte ihre Prognose für das Wachstum des globalen Handels am Mittwoch für das aktuelle Jahr von 4,5 auf 3,3 Prozent. Die aktuelle Prognose wäre aber immer noch ein besseres Ergebnis als 2012. Mit zwei Prozent gab es im vergangenen Jahr das kleinste Plus seit Beginn der Statistik 1981. Erst 2014 könne wieder mit einem robusteren Wachstum gerechnet werden, hieß es in dem Bericht.

Allerdings könne der Warenaustausch angesichts der enormen Risiken wegen der Schuldenkrise in diesem Jahr noch geringer ausfallen, warnte WTO-Chef Pascal Lamy. Schuld am unterdurchschnittlichen Ergebnis sind nach Einschätzung der WTO maßgeblich "der wirtschaftliche Rückgang in Europa" sowie "die wiederkehrenden Perioden von Unsicherheit hinsichtlich der Zukunft des Euro", hieß es. Die deutschen Exporteure können jedoch trotz der Krise ihren Anteil am Weltmarkt voraussichtlich ausbauen. "Wir rechnen mit einem Anstieg von vier Prozent", sagte der Experte des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Felix Neugart. "Unsere Exporte wachsen damit überdurchschnittlich."

Die deutschen Unternehmen profitierten von der boomenden Nachfrage in großen Schwellenländern und in den USA. "Dort sind wir besser aufgestellt als viele Konkurrenten", sagte Neugart. Unterdessen warnte die WTO vor Handelshemmnissen. "Die Gefahr des Protektionismus könnte seit Beginn der Krise derzeit am größten sein", sagte Lamy.

lei/Reuters/dpa



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