Gerichtsurteil Russland soll früheren Yukos-Aktionären 50 Milliarden Dollar zahlen

Kehrtwende in einem spektakulären Rechtsstreit: Laut einem Den Haager Gericht muss die russische Regierung Aktionären des zerschlagenen Energieriesen Yukos eine horrende Entschädigung zahlen.
Logo von Yukos (Archivbild)

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Foto: SERGEI KARPUKHIN/ REUTERS

Ein niederländisches Berufungsgericht hat die milliardenschweren Schadensersatzansprüche früherer Aktionäre des Energieriesen Yukos gegen Russland bestätigt. Ein vorausgegangenes Urteil zugunsten Russlands sei "falsch", teilte das Gericht am Dienstag mit. Damit sei der ursprüngliche Schiedsspruch "wieder in Kraft", demzufolge ein Schadensersatz in Höhe von 50 Milliarden Dollar gerechtfertigt sei.

Hintergrund ist die Zerschlagung des Yukos-Konzerns im Jahr 2003 nach der Festnahme von Konzernchef Michail Chodorkowski. In einem undurchsichtigen Auktionsverfahren wurden einzelne Yukos-Teile von 2004 bis 2006 an staatliche russische Unternehmen verkauft.

Im April 2016 hatte ein Gericht in den Niederlanden, der ständige Schiedsgerichtshof, ein Urteil aufgehoben, das Russland zu 50 Milliarden Dollar Schadensersatz an die einstigen Yukos-Aktionäre verpflichtete. Das Berufungsgericht in Den Haag widersprach dem nun.

GML, der ehemalige Haupteigner von Yukos, sprach von einem "Sieg für die Gerechtigkeit". Unabhängige Gerichte hätten ihre Integrität bewiesen. "Eine brachiale Kleptokratie wurde zur Verantwortung gezogen."

Das Justizministerium in Moskau kündigte indes an, die niederländische Entscheidung anfechten zu wollen. Russland werde weiter seine "legitimen Interessen" verteidigen, hieß es. Das Gericht in Den Haag habe die Tatsache ignoriert, dass die früheren Anteilseigner als Investoren keine guten Absichten vertreten hätten, teilte das Ministerium mit. Die Kontrolle von Anteilen am Unternehmen sei damals durch "eine Reihe illegaler Handlungen" erlangt worden.

ssu/AFP
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