Ende des Booms Zahl der Riester-Verträge erstmals gesunken

Jahrelang boomte die Riester-Rente - doch nun sind die Deutschen offenbar skeptischer geworden. Im ersten Quartal 2013 ist die Zahl der Verträge laut einem Zeitungsbericht zum ersten Mal gesunken.

Aufgabe für Generationen: Die Vorsorge für das Alter
DPA

Aufgabe für Generationen: Die Vorsorge für das Alter


Berlin - Die Zahl der Riester-Rentenverträge ist erstmals seit Einführung der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge rückläufig. Das Bundesarbeitsministerium habe im ersten Quartal 2013 etwa 15.652 Millionen bestehende Verträge verzeichnet, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Das seien insgesamt 27.000 weniger als noch Ende 2012.

Bei den Versicherungen belaufe sich das Minus auf 31.000 Policen, bei den staatlich geförderten Fondssparplänen seien es 36.000 Verträge weniger. Nur die Anzahl der Banksparpläne und der Wohn-Riester-Verträge für Immobiliensparer habe zusammen um 40.000 zugelegt.

"Es ist eine gewisse Marktsättigung eingetreten", sagte ein Ministeriumssprecher der Zeitung. Für den negativen Trend spricht auch die Zahl der ruhend gestellten Verträge. Nach Angaben des Ministeriums stieg sie weiter auf 19,5 Prozent. Damit werden laut den amtlichen Schätzungen in mittlerweile fast jeden fünften Vertrag keine Beiträge mehr einbezahlt - und damit auch keine staatlichen Zulagen mehr kassiert.

stk/AFP



insgesamt 8 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
FrankDr 15.07.2013
1. Zinsniveau
Wohnriester macht beim Neubau echt Sinn bei Einbindung in einem Bausparvertrag, um zb die Zinsen länger festzuhalten. Aber auf irgendwelche dubiosen, absolut undurchsichtigen, komplizierten, gebührenfressenden, niedrigverzinsten Versicherung mit Riester, haben die Leute zurecht keine Lust mehr.
naklar? 15.07.2013
2. Riestern bringt nur Vorteile für Gutverdiener ...
... unter der Voraussetzung, daß sie bis zu Erreichen Ihrer Rente auch Gutverdiener bleiben. Für diese Gruppe hätten auch andere Vorsorgevarianten (welche längst am Markt waren) ausgereicht. politisches Ziel war wohl eher die Rente der Niedriglöhner weiter abzusenken und die Versicherungslobby zu befrieden. Als guten Grund kann ich mir die enormen (ungedeckten) Pensionslasten vorstellen.Diese Lasten werden enorme Steuergelder verschlingen. Zumal bei der Gruppe der Pensionäre (im Regelfall) auch von einer längeren Laufzeit der Zahlungen auszugehen ist.
FreakmasterJ 15.07.2013
3. Die 15Mio., die nen Riestervertrag haben werden sich noch wundern...
Riester ist nur für wenige Leute und nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll (wie auch Beitrag Nr. 2 zurecht bemerkt). Schlussendlich werden sich -wie immer- der Staat und die Provisionskassierer einen Grossteil des eingezahlten Betrages zu eigen machen und die mit grossen Versprechungen über'n Tisch gezogenen Kunden werden sich wundern, wie wenig sie am Ende zurück erhalten. Abschläge sind ja bekanntlich veränderbar und sobald Herrn Schäuble mal wieder Geld fehlt hat er bzw. seine Nachfolger mit der Riesterrente eine Schraube mehr, an welcher gedreht werden kann, sobald es um die Besteuerung der Auszahlung geht. Sinnvolle Alternativen gibt es heutzutage kaum, denn diese müssten sich der Kontrolle und dem Zugriff des Finanzministers entziehen, zudem noch sicher sein und mehr abwerfen. zurzeit hat man also nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Plasmabruzzler 15.07.2013
4.
Zitat von naklar?... unter der Voraussetzung, daß sie bis zu Erreichen Ihrer Rente auch Gutverdiener bleiben. Für diese Gruppe hätten auch andere Vorsorgevarianten (welche längst am Markt waren) ausgereicht. politisches Ziel war wohl eher die Rente der Niedriglöhner weiter abzusenken und die Versicherungslobby zu befrieden. Als guten Grund kann ich mir die enormen (ungedeckten) Pensionslasten vorstellen.Diese Lasten werden enorme Steuergelder verschlingen. Zumal bei der Gruppe der Pensionäre (im Regelfall) auch von einer längeren Laufzeit der Zahlungen auszugehen ist.
Richtig, denn wer als Rente weniger Anspruch als die Grundsicherung hat, dem wird die Riester-Rente darauf angerechnet. Und welcher Facharbeiter verdient schon mindestens 35 Jahre lang über 2.500 Euro brutto?
muttisbester 15.07.2013
5. Riesersparer tun mir leid
Man könnte jedem Riesersparer die gezahlten Beiträge auch als Spende gutschreiben. Der Riestersparer spende nämlich richtig Asche an die Versicherungskonzerne. Vermutlich wäre jeder Riestersparer mit einem Sparbuch oder Girokonto besser dran.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.