Niedrigzinsen Schäuble befürchtet Immobilienblase in Deutschland

Wohin mit dem Ersparten, wenn es keine Zinsen bringt? Viele Deutsche investieren in Immobilien - diesen Trend sieht Finanzminister Schäuble kritisch.
Wohnungen am Potsdamer Platz, Berlin: Gefährliche Anzeichen in Immobiliensektor

Wohnungen am Potsdamer Platz, Berlin: Gefährliche Anzeichen in Immobiliensektor

Foto: imago

Berlin - Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht die Lage auf dem Immobilienmarkt angesichts von Mini-Zinsen und hohen Preisen mit zunehmender Sorge. Im Immobiliensektor gebe es Anzeichen für Preisentwicklungen, "die gefährlich sind", sagte Schäuble nach einem Gespräch mit US-Finanzminister Jacob Lew.

Die Warnungen der Bundesbank nehme er sehr ernst. Die Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) hätten einen Zeitgewinn gebracht, seien aber kein dauerhafter Ersatz für notwendige Strukturreformen. Europas Politiker müssten nun diesen Spielraum nutzen, den die Geldpolitik geschaffen habe. Klar sei aber auch: "Auf die Dauer ist das Maß an Liquidität zu groß und das Zinsniveau zu niedrig", sagte Schäuble.

Damit reiht sich Schäuble in den Chor der Warner vor dauerhaften Niedrigzinsen ein. Kürzlich hatte auch der Wirtschaftsweise Volker Wieland die Zinspolitik der EZB kritisiert. Sie führe zu "Übertreibungen bei den Vermögenspreisen, vor allem bei Immobilien", sagte Wieland SPIEGEL ONLINE.

Der US-Immobilienmarkt, der die Weltwirtschaft vor sieben Jahren in die Krise stürzte, ist nach den Worten von Lew dagegen aus der Phase überhöhter Preise herausgekommen. Die Preise seien inzwischen weithin auf das Vorkrisenniveau gesunken. Die US-Regierung sehe es als wünschenswert an, wenn sich nun auf der Seite der Neubauaktivitäten mehr tun würde.

ade/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.