Zu wenig Arbeitslosengeld Arbeitslose zunehmend auf Hartz IV angewiesen

Das Arbeitslosengeld allein reicht immer seltener zum Leben aus. Rund zehn Prozent der Menschen, die kurzzeitig keinen Job haben, sind deshalb laut Bundesagentur für Arbeit zusätzlich auf Hartz IV angewiesen, wie die "Saarbrücker Zeitung" berichtet - ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Vorjahr.
Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf: Hartz IV

Bundesagentur für Arbeit in Düsseldorf: Hartz IV

Foto: dapd

Berlin - Weil ihr Arbeitslosengeld zum Leben allein nicht ausreicht, sind inzwischen etwa ein Zehntel der kurzzeitig Erwerbslosen einem Zeitungsbericht zufolge zusätzlich auf Hartz IV angewiesen. So gab es im Oktober bundesweit 83.118 Menschen, die zusätzlich zu ihrem Arbeitslosengeld I auch noch Hartz IV beziehen mussten. Ein Jahr zuvor lag diese Zahl bei nur 73.178 - ein Anstieg um 14 Prozent, berichtet die "Saarbrücker Zeitung" unter Berufung auf aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Darin spiegele sich das Wachstum des Niedriglohnsektors und der Teilzeitbeschäftigung wider, sagte die Arbeitsmarkt-Expertin der Linken, Sabine Zimmermann. "Das Arbeitslosengeld als Versicherungsleistung, für die man oft viele Jahre eingezahlt hat, ist für immer mehr Arbeitslose keine Garantie mehr, um damit im Bedarfsfall über die Runden zu kommen."

Das Arbeitslosengeld I sollte eigentlich zum Leben reichen. Anders als Hartz IV, das korrekt eigentlich Arbeitslosengeld II heißt, ist das Arbeitslosengeld eine Leistung der Arbeitslosenversicherung, in die jeder Angestellte einzahlt. Anspruchberechtigt ist jeder, der mindestens zwölf Monate eingezahlt hat. Wer mindestens 24 Monate versicherungspflichtig beschäftigt war, kann höchstens ein Jahr lang Arbeitslosengeld I beziehen, Arbeitnehmer, die älter als 50 Jahre sind, unter Umständen noch länger.

Um beim Arbeitslosengeld I auf einen Anspruch in Höhe der steuerfinanzierten Grundsicherung einschließlich Miete und Heizung - laut BA zuletzt im Schnitt 668 Euro - zu kommen, muss ein Single nach Berechnungen der Linken monatlich etwa 1600 Euro brutto verdienen. Wer weniger verdient, ist im Fall des Jobverlusts ergänzend auf Hartz-IV-Leistungen angewiesen.

nck/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.