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24. Mai 2013, 07:17 Uhr

Fachkräfteboom

Zuwanderer sind oft gebildeter als Deutsche

Spanische Ingenieure, indische IT-Spezialisten: Immer mehr Hochqualifizierte strömen in die Bundesrepublik. Laut einer Studie liegt ihr Bildungsniveau inzwischen über dem deutschen Durchschnitt. Das Klischee vom bäuerlichen Asylbewerber hat ausgedient.

Berlin - Auf dem deutschen Arbeitsmarkt finden gewaltige Umbrüche statt: Einwanderer verfügen inzwischen über höhere Bildung und bessere Qualifikationen als die deutsche Stammbevölkerung, heißt es in einer Studie, die der Arbeitsmarktforscher Herbert Brücker im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung durchgeführt hat. So haben heute 43 Prozent der Neuzuwanderer zwischen 15 und 65 Jahren einen Meister, Hochschul- oder Technikerabschluss. Im deutschen Durchschnitt gilt dies nur für 26 Prozent.

In der Öffentlichkeit gebe es noch immer die Vorstellung, Zuwanderer stammten überwiegend aus gering qualifizierten Bevölkerungsgruppen, schreibt der Wissenschaftler vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Tatsächlich hätten sich Zusammensetzung und Qualifikationen der Einwanderer in den vergangenen zehn Jahren radikal verändert.

Die Wirtschaftskrise und die hohe Arbeitslosigkeit in vielen Euro-Ländern macht Deutschland für Arbeitskräfte immer attraktiver. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts zogen 2012 mehr als eine Million Menschen nach Deutschland, so viele wie zuletzt 1995. Unter den Zuwanderern befinden sich viele Hochqualifizierte. Manche Regionen, wie die CSU-regierte Kleinstadt Wunsiedel in Oberfranken, suchen mittlerweile gezielt nach gut ausgebildeten Fachkräften, die in ihrem Heimatland wegen der Rezession keinen Job finden.

Die Bertelsmann-Stiftung fordert eine strategische Neuausrichtung der Zuwanderungspolitik. "Deutschland braucht künftig mehr qualifizierte Einwanderer denn je - auch aus Nicht-EU-Staaten", sagte Stiftungsvorstand Jörg Dräger. Die Bundesrepublik dürfe sich nicht darauf verlassen, dass der Zuzug aus den südeuropäischen Krisenländern unvermindert anhalte.

ssu/dpa-AFX

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