Halbjahresplus Euro-Krise treibt Zuwanderer nach Deutschland

Deutschland wächst - dank EU-Osterweiterung und Zuwanderern aus den Euro-Krisenländern. Im ersten Halbjahr kamen 555.000 Menschen ins Land. Gleichzeitig zogen rund 350.000 weg.

Passanten in Hamburg: Aus Griechenland nahm die Einwanderung ab
DPA

Passanten in Hamburg: Aus Griechenland nahm die Einwanderung ab


Berlin - Deutschland zieht immer mehr Zuwanderer an - vor allem aus Osteuropa und den Euro-Krisenländern. Im ersten Halbjahr zogen 555.000 Menschen in die Bundesrepublik. Das seien elf Prozent mehr als ein Jahr zuvor, teilte das Statistische Bundesamt am Donnerstag mit. Gleichzeitig zogen 349.000 Personen weg.

Die Mehrzahl der ausländischen Zuwanderer kam mit 93.000 erneut aus Polen, gefolgt von Rumänien (67.000) und Bulgarien (29.000). Auch aus den Krisenländern der Euro-Zone, die unter einer schweren Wirtschaftskrise mit hoher Arbeitslosigkeit leiden, zog es viele Menschen nach Deutschland: Aus Spanien wanderten 39 Prozent mehr ein als vor Jahresfrist, aus Portugal 26 Prozent und aus Italien 41 Prozent mehr. Aus Griechenland nahm die Einwanderung dagegen um 4,5 Prozent ab. Aus dem vom Bürgerkrieg gezeichneten Syrien kamen ebenfalls mehr Menschen nach Deutschland: Ihre Zahl stieg um 178 Prozent auf 6000.

Die kräftige Zuwanderung hat die Zahl der Beschäftigten in Deutschland im September erstmals über die Marke von 42 Millionen steigen lassen. "Die Firmen finden die benötigten Arbeitskräfte zunehmend nicht mehr im Pool der verbliebenen Arbeitslosen, sondern im Ausland", sagte Ökonom Christian Schulz von der Berenberg Bank.

yes/Reuters



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