Zynisches Video McDonald's empört über Anti-Fast-Food-Spot

Die übergewichtige Leiche hält noch einen Burger in der Hand: Zur besten Sendezeit will eine Ärzte-Organisation in den USA mit einem zynischen TV-Spot vor Fast Food warnen. Der angegriffene McDonald's-Konzern reagierte wütend. Das Video sei verlogen und den Kunden gegenüber unfair.
Screenshot von der Internetseite YouTube: "Essen Sie heute Abend vegetarisch"

Screenshot von der Internetseite YouTube: "Essen Sie heute Abend vegetarisch"

New York - Es ist eine frontale Attacke gegen McDonald's: Unmittelbar vor der in den USA beliebten Satiresendung "The Daily Show" soll an diesem Donnerstag ein subtil gefilmter TV-Spot ausgestrahlt werden - zur besten US-Sendezeit. Das Video zeigt einen übergewichtigen Toten im Leichenschauhaus, der einen halb gegessenen Hamburger in der Hand hält. Dann werden das berühmte gelbe M der Fast-Food-Kette und der Slogan "Ich liebte es" eingeblendet - eine Abwandlung des Konzern-Werbespruchs "Ich liebe es". "Ein erhöhter Cholesterinspiegel, erhöhter Blutdruck, Herzinfarkte. Essen Sie heute Abend vegetarisch", sagt eine Stimme aus dem Off.

Initiatoren des zynischen Fernsehspots sind Washingtoner Ärzte, die sich Komitee für verantwortungsvolle Medizin (Physicians Committee for Responsible Medicine PCRM) nennen. Sie wollten "auf die sehr fetthaltigen Speisen von McDonald's hinweisen, um auf die hohe Zahl der Herztodesfälle in Washington und die hohe Konzentration von Fast-Food-Ketten in der Bundeshauptstadt aufmerksam zu machen", heißt es in einer Erklärung der Organisation.

McDonald's reagierte erbost. "Diese Werbung ist skandalös, verlogen und unseren Kunden gegenüber unfair", sagte Sprecherin Bridget Coffing. "McDonald's vertraut darauf, dass seine Kunden sich von dieser haarsträubenden Propaganda distanzieren und vernünftige Entscheidungen in Sachen Ernährung und Lebensweise treffen." PCRM kündigte an, der Spot solle auch in anderen großen Städten ausgestrahlt werden, darunter Chicago, Detroit, Houston und Los Angeles.

mik/AFP
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