Nach Verurteilung wegen Korruption Spanischer Ex-Bankchef Blesa tot aufgefunden

Mehr als zehn Jahre lang stand Miguel Blesa an der Spitze einer der größten Banken Spaniens, vor Kurzem wurde er wegen Korruption zu sechs Jahren Haft verurteilt. Nun ist Blesa tot in seinem Anwesen gefunden worden.

Miguel Blesa (März 2014)
REUTERS

Miguel Blesa (März 2014)


Die spanische Polizei hat den früheren Topbanker Miguel Blesa tot in seinem Jagdanwesen bei Cordoba im Süden des Landes aufgefunden. Blesa habe eine Schusswunde im Brustkorb, die Beamten könnten eine Fremdschuld jedoch ausschließen, teilte eine Sprecherin mit. Blesa wurde 69 Jahre alt.

Zeugen, die sich im Anwesen aufgehalten hätten, sagten demnach, Blesa habe am frühen Morgen mit dem Auto aufbrechen wollen. Momente nach seiner Verabschiedung hätten sie einen Schuss gehört. Die Sprecherin sagte, eine Autopsie sei nötig, um herauszufinden, ob Blesa durch einen Suizid oder einen Unfall ums Leben gekommen sei.

Blesa stand von 1996 bis 2010 an der Spitze der spanischen Sparkasse Caja Madrid, die nach der Fusion mit sieben weiteren Banken im Jahr 2011 im neu entstandenen Geldinstitut Bankia aufging. Im Februar dieses Jahres hatte ein Gericht bei Madrid Blesa zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass Blesa gemeinsam mit seinem Nachfolger an der Bankspitze, Rodrigo Rato, ein Korruptionsnetzwerk zulasten der Caja Madrid und der Bankia aufgebaut hatte. Rato wurde zu viereinhalb Jahren Haft verurteilt. Beide Ex-Banker hatten die Vorwürfe in dem Prozess bestritten und gegen das Urteil Berufung eingelegt. Blesa befand sich deshalb noch in Freiheit.

In dem Prozess, in dem außerdem 63 weitere Bankmanager angeklagt waren, ging es um Kreditkarten der Banken. Top-Manager, aber auch Gewerkschafter und Politiker, die im Aufsichtsrat saßen, sollen jahrelang mit diesen Firmenkarten private Ausgaben wie etwa Kleidung, Restaurantbesuche, Reisen, Schmuck und sogar Safaris in Afrika bezahlt haben. Das Geld soll zudem nicht als Einkommen deklariert und auch nicht versteuert worden sein. Dadurch sollen rund zwölf Millionen Euro am Fiskus vorbeigeschleust worden sein. Bankia musste im Jahr 2012 vom Staat mit 24 Milliarden Euro gerettet werden.

fdi/AP



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