Sparkurs in Stuttgart Mercedes will mehr als 8000 Stellen kappen

DaimlerChrysler schwenkt in seinen deutschen Stammwerken auf einen strikten Sparkurs ein: Bei Mercedes sollen Zeitungsberichten zufolge bis zu 8600 Stellen gestrichen werden, deutlich mehr als bisher bekannt.


Berlin - Bislang war immer von rund 5000 Stellen die Rede gewesen, die in Sindelfingen und Bremen abgebaut werden sollten. Nun heiße es in Unternehmenskreisen, man müsse von 8600 ausgehen, berichtet die "Bild"-Zeitung. Auch laut "Stuttgarter Nachrichten" sind 8000 Stellen bedroht. Der überwiegende Teil davon solle in den Stuttgarter Stammwerken Sindelfingen und Untertürkheim abgebaut werden.

DaimlerChrysler wollte zu den Berichten zunächst keine Stellungnahme abgeben. Seit gestern Abend tagt der Aufsichtsrat des Unternehmens in Detroit. Auch eine Vorstandssitzung ist vorgesehen.

Kriselnde Nobelmarke Mercedes: "Job-Feuerwehr" geplant

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Die Sparpläne sollten aber möglicherweise schon heute oder Donnerstag offiziell vorgestellt werden, so die Berichte. Derzeit beschäftigt die Gruppe mit den Marken Mercedes-Pkw, Maybach und Smart weltweit 106.000 Mitarbeiter.

"Bild" zufolge will der Konzern auf eine Klausel der im Juli 2004 abgeschlossenen Beschäftigungssicherung zurückgreifen. Diese sehe vor, dass 3600 Mitarbeitern Altersteilzeitverträge angeboten werden können. Darüber hinaus sollten weitere rund 5000 Stellen an den betroffenen Standorten sozialverträglich abgebaut werden, zum Teil über Versetzungen an Standorte, an denen noch zusätzlicher Bedarf an Mitarbeitern bestehe.

Kündigungen bis 2012 ausgeschlossen

Außerdem müssten 1400 weitere DaimlerChrysler-Mitarbeiter ihren gewohnten Stamm-Arbeitsplatz aufgeben, um künftig als eine Art "Job-Feuerwehr" je nach Auftragslage in anderen Werken eingesetzt zu werden.

Die Nachrichtenagentur dpa-AFX berichtet, der Stellenabbau werde zu "erheblichen Restrukturierungskosten" führen. Es sei zu erwarten, dass der Konzern eine Summe im dreistelligen Millionenbereich in der Bilanz zurückstellen müsse, meldet die Agentur unter Berufung auf unterrichtete Kreise. Bereits in den ersten beiden Quartalen hatte DaimlerChrysler für die smart-Sanierung rund 1,1 Milliarden Euro an Sonderkosten verbucht und die ursprüngliche Gewinnerwartung für das laufende Jahr reduziert. Betriebsbedingte Kündigungen bei Mercedes sind bis 2012 ausgeschlossen.



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