Sparprogramm HypoVereinsbank verlagert Hunderte Jobs nach Polen

Drastischer Umbau: Die italienische Großbank Unicredit plant radikale Maßnahmen zur Kostensenkung. Davon betroffen ist nach SPIEGEL-Informationen auch die deutsche Tochter HypoVereinsbank: Hunderte Jobs sollen nach Polen verlagert werden.

Von Beat Balzli


Hamburg - Jetzt wird es ernst. Schon vergangenen Sommer kündigte die italienische Großbank Unicredit drastische Maßnahmen zur Kostensenkung an. Nun ist klar: Betroffen ist auch die deutsche Tochter HypoVereinsbank (HVB) - und das nicht zu knapp.

Langfristig sollen die Backoffice-Abteilungen aller 23 Länder der Unicredit-Group, die keinen direkten Kundenkontakt haben und sich etwa um die Verwaltung von Baufinanzierungen kümmern, in einer zentralen Gesellschaft gebündelt werden. In einem ersten Schritt fassen die Konzernstrategen die Aktivitäten von sieben Ländern in der neuen Abwicklungsfabrik zusammen. "Mit ca. 7000 Mitarbeiter aus den Backoffice-Einheiten in Deutschland, Österreich, Italien, Rumänien, Tschechien, Polen und der Ukraine wird unsere neue Backoffice-Gesellschaft bereits Nummer 5 im europäischen Vergleich sein", heißt es in einer Mitarbeiter-Information vom vergangenen Dienstag.

Die deutschen Aktivitäten gehen laut Plan zum Teil "ins Ausland zur Nutzung von Standortvorteilen in CEE" - sprich nach Osteuropa. Bis zum Jahr 2010 werden 255 Jobs nach Polen verlagert, weil die jährlichen Kosten mit 25.000 Euro pro Mitarbeiter beinahe 70 Prozent unter dem deutschen Niveau liegen.

Die betroffenen Stellen sollen über die natürliche Fluktuation, Vorruhestandsregelungen, Freiwilligenaktionen oder Umschulungen abgebaut werden. Die HVB plant darüber hinaus die Auslagerung von Teilen ihres Logistik und Facility Managements (CLF). Dazu gehören "Gebäudemanagement, Postdienste, Druck und das Flottenmanagement", bestätigt eine Sprecherin. Von den insgesamt rund tausend CLF-Stellen sind knapp 300 in diesen Bereichen angesiedelt. Die Mitarbeiter dieser Bereiche behalten nach erfolgter Auslagerung in eine Fremdfirma "ihre bisherigen Vertragskomponenten", heißt es bei der HVB. Es soll also zu keinen Gehaltskürzungen kommen.



© SPIEGEL ONLINE 2008
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.