»Grundwerte verraten« Ex-Porsche-Betriebsrat Uwe Hück verlässt SPD nach 40 Jahren

Uwe Hück gibt sein SPD-Parteibuch ab. Der frühere Porsche-Betriebsratschef zeigt sich enttäuscht – und gründet seine eigene »Offene Partei«.
Uwe Hück beim Parteitag der SPD 2019

 Uwe Hück beim Parteitag der SPD 2019

Foto: Christoph Schmidt/ dpa

Der frühere langjährige Porsche-Betriebsratschef Uwe Hück verlässt die SPD nach 40 Jahren. Das teilte Hück in einem Gespräch mit den »Badischen Neuesten Nachrichten«  mit, später bestätigte er dies auch gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Seinen Austritt begründete Hück mit Enttäuschung über die Partei: »Die SPD hat ihre Grundwerte verraten«, zitiert die dpa Hück. In der Politik wolle er dennoch aktiv bleiben, indem er die von ihm gegründete Bewegung »Offene Partei« neu aufstellen werde. Einzelheiten wolle er im Januar bekannt geben.

Politisches Engagement aus »Sorge um Deutschland«

Im Februar 2019 hatte Hück überraschend bekannt gegeben, alle Ämter bei Porsche mit sofortiger Wirkung niederzulegen, um stattdessen politisch aktiv zu werden. Er begründete diesen Schritt mit »Sorgen um Deutschland«. Direkt nach Bekanntgabe seines Wechsels kritisierte er die SPD und behauptete, sie sei dabei, »ihr Erbe zu vernichten.« Für Irritation sorgte auch seine Ankündigung, mit einer eigenen Liste bei der Kommunalwahl in Pforzheim anzutreten, die er jedoch später zurückzog.

Zuvor war Hück knapp 35 Jahren bei dem Sportwagenkonzern, seit 1990 war er Betriebsrat, 2002 wurde er zum Gesamtbetriebsratschef gewählt. Außerdem saß er bis zuletzt in den Aufsichtsräten der Porsche AG und des Mutterkonzerns Volkswagen.

Wie Hück früher Wahlkampf für die SPD machte, sehen Sie hier:

bah/dpa
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