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Geldanlage Spekulieren ohne Risiko

aus DER SPIEGEL 22/1996

In wenigen Tagen sammelte die Adig, die Investmentgesellschaft der Commerzbank, mit zwei Aktienfonds (A.L.S.A. System D3/2000 und D4/2000) 900 Millionen Mark ein - üblicherweise dauert es bei einem Aktienfonds im Schnitt ein bis zwei Jahre, bis sich derartige Beträge anhäufen. Mit einem ähnlichen Fonds-Konzept brachte die Dresdner-Bank-Tochter DIT ganz schnell 600 Millionen Mark zusammen, und innerhalb von drei Tagen kassierte die DWS, die Investmentgesellschaft der Deutschen Bank, mit ihren »Konzept-Fonds« über eine Milliarde Mark ein: Die sogenannten Aktienfonds mit Garantie sind derzeit der Renner im Geldgewerbe. Bei diesen Fonds, vor drei Monaten von der Commerzbank unter dem Motto »Aktie mit Vollkasko« mit großem Aufwand propagiert, kann der Anleger ein bißchen spekulieren, geht aber kein Risiko ein: Steigt der Deutsche Aktienindex (Dax), ist der Sparer in der Regel zu 50 bis 60 Prozent an der Wertsteigerung beteiligt; geht es mit der Börse abwärts, erhält der Anleger zum Ende der Laufzeit, meist drei bis fünf Jahre, sein eingezahltes Kapital zurück. Die Fonds wurden konzipiert, weil die deutschen Sparer risikoscheu sind; nur sechs Prozent haben einen Teil ihres Vermögens in Aktien angelegt. Die Banken lassen sich die Absicherung eines möglichen Risikos außerordentlich gut bezahlen; für die Sparer sind die Garantiefonds keine sonderlich günstige Geldanlage.

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