Spionage-Angst Blackberry-Verbot für Frankreichs Regierung

Der für die innere Sicherheit in Frankreich zuständige SGDN hat den Mitgliedern der neuen Regierung von Nicolas Sarkozy die Benutzung ihrer Blackberrys untersagt. Die Berater treibt die Angst um, fremde Geheimdienste könnten die Beratungen im Elysée ausspähen.

London - Die Bedrohung sei "sehr real", erfuhr die "Financial Times" aus dem Umfeld der Regierung. Der Sicherheitsdienst befürchte, dass geheime Sitzungen leicht von fremden Geheimdiensten abgehört werden könnten. Da die Blackberry-Server in den USA und in Großbritannien stationiert seien, habe man nicht unter Kontrolle, was mit den sensiblen Daten geschehe.

Eine unter Verschluss gehaltene Studie habe vor zwei Jahren ergeben, dass die Blackberry-Software erhebliche Sicherheitslücken aufweise, berichtet die Zeitung. Alain Julliet, unter anderem Berater in Sachen Wirtschaftsspionage, habe die Studie angeregt, weil der US-Banker beobachtet hatte, wie sie zu Beginn von Konferenzen ihre Blackberry-Geräte auf den Tisch legten und die Batterien entfernten.

Die Anweisung stelle für Sarkozy und sein Kabinett einen empfindlichen Einschnitt da, erklärt das Blatt. Einzelne Minister hätten sich bereits beschwert, dass der SGDN zwar forsch mit dem Bann der Geräte vorpresche, aber bislang wenig unternommen habe, um Alternativen bereitzustellen.

Der Blackberry besitzt bei Managern und Regierungsbeamten Kultstatus - obwohl die Sicherheitsbedenken schon seit langem bekannt sind. 2005 warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in Bonn vor Sicherheitslücken. Das unschöne Wort von denkbarer Industriespionage machte die Runde.

Die Warnungen wurden recht unterschiedlich beachtet. Während viele Unternehmen regen Gebrauch von dem E-Mail-System machen, hat der französische Energiekonzern Total seinen Mitarbeitern die Nutzung untersagt. Begründung: Es gäbe eine ganze Reihe anderer Systeme, die sicherer seien.

mik

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