Atlantikinsel Spitzbergen SAS-Piloten unterbrechen Streik für Versorgungsflug

Eigentlich verweigern sie gerade alle Flüge, es geht um einen neuen Tarifvertrag. Doch zur Versorgung der Atlantikinsel Spitzbergen wollen die SAS-Piloten ihren Arbeitskampf für einen Tag unterbrechen.
Streikauswirkungen: »Cancelled«-Anzeigen für SAS-Flüge am Flughafen Stockholm

Streikauswirkungen: »Cancelled«-Anzeigen für SAS-Flüge am Flughafen Stockholm

Foto: Ali Lorestani/TT / EPA

Um die Versorgung der norwegischen Insel Spitzbergen im Arktischen Ozean zu gewährleisten, unterbrechen die Piloten der Fluggesellschaft SAS für einen Tag ihren Streik. Am Montag werde eine Maschine Passagiere und Güter von der Hauptstadt Oslo mit Stopp in der Stadt Tromsö nach Longyearbyen fliegen, sagte der Chef der norwegischen SAS-Pilotenvereinigung, Roger Klokset, der Zeitung »Verdens Gang«.

Klokset sagte, die Bevölkerung von Spitzenbergen sei besonders stark vom Streik betroffen, da die meisten Flüge auf die Insel von SAS durchgeführt werden. Um den Zugang zu kritischem Personal und Ausrüstung sicherzustellen, würden die Piloten eine Ausnahme machen, sagte Klokset.

Die Piloten hatten am vergangenen Montag ihren Streik bei der skandinavischen Airline begonnen. Das Unternehmen und die schwedischen, norwegischen und dänischen Piloten verhandeln seit Wochen über einen Tarifvertrag. Die schwedische Pilotenvereinigung wirft dem Unternehmen vor, die Pandemie genutzt zu haben, um fast die Hälfte der Piloten mit einem vereinbarten Recht auf Wiedereinstellung zu entlassen, dieses Recht aber außer Kraft gesetzt zu haben.

Gestrandete Fluggäste wechseln aufs Schiff

Bereits nach wenigen Tagen hatten die Piloten eine Ausnahme angekündigt, um gestrandete Urlauber nach Hause zu befördern. Allein am Wochenende waren 80 Flüge geplant. Am Sonntag erklärten sie die Hilfe aber für beendet. Man habe erfahren, dass es für die betroffenen Urlauber ausreichend Flüge gebe, etwa nach Rhodos, Kreta, Larnaka, Palma de Mallorca und Split, teilte die SAS-Pilotenvereinigung mit.

Von dort gebe es dann genügend alternative Reisemöglichkeiten. Die vereinbarte Ausnahme sollte hingegen nur für abgelegenere Reiseziele gelten, von denen aus es keine alternative Rückreise gibt.

Einige SAS-Passagiere, die auf Spitzbergen gestrandet waren, fahren nun stattdessen per Kreuzfahrtschiff nach Hause. Tui Cruises hat mehrere Flugreisende, die wegen des Pilotenstreiks auf der Insel gestrandet waren, an Bord des Kreuzfahrtschiffes »Mein Schiff 3« genommen.

Rund 120 Menschen hätten das Angebot einer Kabine auf dem Schiff angenommen, teilte die Reederei mit. Das Schiff sollte am Sonntagabend in den Süden starten. Inwiefern die Kosten von SAS übernommen werden, konnte die Reederei noch nicht sagen.

him/dpa
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