Spitzel-Affäre Arbeitnehmer-Anwälte werfen Telekom Verharmlosung vor

Deutliche Worte: Nach SPIEGEL-Informationen kritisieren die ehemaligen Minister Gerhart Baum und Herta Däubler-Gmelin in der Telekom-Spitzelaffäre das Krisenmanagement des Konzerns. Die früheren Politiker sprechen als Rechtsanwälte für die von dem Skandal betroffenen Arbeitnehmervertreter.


Hamburg - Man gewinne, so der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum (FDP), den Eindruck, dass der Skandal um die Bespitzelung von Journalisten und Gewerkschaftern von der Konzernspitze "heruntergespielt" werde. Gegenüber den in Misskredit gebrachten Arbeitnehmervertretern fehle ein eindeutiger Vertrauensbeweis.

Telekom-Zentrale in Bonn: Gestörtes Vertrauensverhältnis
DDP

Telekom-Zentrale in Bonn: Gestörtes Vertrauensverhältnis

Außerdem dränge sich der Verdacht auf, dass den Arbeitnehmervertretern bisher wichtige Informationen vorenthalten wurden, sagte die ebenfalls mit der Wahrung der rechtlichen Interessen beauftragte Ex-Justizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD).

Wegen der Bespitzelungen hatten die Gewerkschafter im Telekom-Aufsichtsrat schon vor Wochen Strafanzeige gegen den Konzern erstattet. Um das gestörte Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmervertretern und Management zu entkrampfen, hatten sich Däubler-Gmelin und Baum kürzlich mit dem in der Affäre unbelasteten neuen Telekom-Aufsichtsratschef Ulrich Lehner getroffen.

Bislang blieb ihr Appell aber offenbar ohne Wirkung: Von der konkreten Planung zur Schließung von 39 Callcentern erfuhr selbst Telekom-Aufsichtsrat und Ver.di-Vorstandsmitglied Lothar Schröder erst aus der Politik.



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