Springer-Verlag "Welt"-Gruppe fährt erstmals Gewinne ein

Erfolg mit Multimedia-Konzept: Die "Welt"-Gruppe schreibt nach langer Durststrecke im kriselnden Zeitungsmarkt im Jahr 2007 erstmals schwarze Zahlen. Kein Grund zum Stillstand - Vorstandschef Mathias Döpfner gab mehrere Personalwechsel in den Chefetagen bekannt.


Berlin - Premiere im Axel-Springer-Verlag: Erstmals in der Geschichte des Berliner Medienkonzerns hat die "Welt"-Gruppe einschließlich "Berliner Morgenpost" die Gewinnzone erreicht. Dies teilte Vorstandschef Mathias Döpfner heute in Berlin auf der Bilanzpressekonferenz mit. "Das hat niemand für möglich gehalten", sagte der Manager.

Noch vor drei Jahren hatten "Berliner Morgenpost", "Welt", und "Welt am Sonntag" einen hohen zweistelligen Millionenverlust verbucht. Heute erzielen sie laut Döpfner einschließlich "Welt Kompakt" einen hohen einstelligen Millionengewinn.

Döpfner zufolge war 2007 das Jahr, in dem "die Transformation von einem Printverlag zu einem integrierten Multimediaunternehmen entschieden vorangetrieben" wurde. Im Segment Digitale Medien wurde der Umsatz dem Konzern zufolge auf 152 Millionen Euro versechsfacht. Der Anteil am Konzernumsatz steigerte sich auf 5,9 Prozent.

Den Angaben nach trug das Segment Zeitungen weit mehr als die Hälfte zum Konzernumsatz bei. Der Umsatz stieg um 2,5 Prozent auf rund 1,5 Milliarden Euro. Erstmals erreichte die Welt-Gruppe/Berliner Morgenpost ("Welt", "Welt Kompakt", "Berliner Morgenpost") ein positives Ergebnis. Der Bereich Zeitschriften ("TV Digital") hatte 2007 einen Anteil an den Konzernerlösen von mehr als 30 Prozent und stieg um 4 Prozent auf 814 Millionen Euro. Mehr als ein Fünftel des Umsatzes wurde im Ausland erwirtschaftet.

Weiter gab Döpfner bekannt, dass der bisherige Chefredakteur von "Welt am Sonntag" und "Welt Online" sowie der Sprecher der Chefredakteursrunde der "Welt"-Gruppe, Christoph Keese, seinen Posten räumen wird. Ab 1. April wird Keese die neue Funktion eines Konzerngeschäftsführers Public Affairs übernehmen. In enger Abstimmung mit dem Vorstand soll er die Interessen des Medienkonzerns gegenüber der Politik und den Verbänden auf nationaler und internationaler Ebene vertreten.

Der bisherige "Welt"-Chefredakteur Thomas Schmid übernimmt künftig als Chefredakteur die redaktionelle Gesamtverantwortung aller "Welt"-Titel. Ulf Poschardt, zuletzt Chefredakteur der deutschen Ausgabe von "Vanity Fair", soll als stellvertretender Chefredakteur zur "Welt am Sonntag" zurückkehren.

sto/AP/ddp



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