Staatshilfe DIW-Chef hält Opel-Rettung für zu teuer

Am Ende wird es für den Steuerzahler teuer: DIW-Präsident Klaus Zimmermann hat die Opel-Rettung durch eine Treuhandlösung kritisiert. Eine geordnete Insolvenz wäre der bessere Weg gewesen - weil sie den Staat deutlich weniger gekostet hätte.


Berlin - Vernichtende Worte vom Wirtschaftsexperten: Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) Berlin, Klaus Zimmermann, hat die Treuhandlösung für Opel als Fehler bezeichnet: "Wenn der Staat bei einem Unternehmen einsteigt, muss man befürchten, dass er viel zu lange drin bleibt", sagte Zimmermann der "Berliner Zeitung".

In der Nacht zu Samstag hatten sich Bund und Länder mit Vertretern der US-Regierung und General Motors (GM) Chart zeigen auf den Einstieg des Zulieferers Magna Chart zeigen zusammen mit der russischen Sber-Bank bei Opel geeinigt. Der Bund und die vier Bundesländer mit Opel-Standorten sichern dabei einen Überbrückungskredit von 1,5 Milliarden Euro staatlich ab. Insgesamt übernimmt der Bund Bürgschaften für Kredite von bis zu 4,5 Milliarden Euro.

Die für ein überlebensfähiges Unternehmen nötigen europäischen Teile von GM werden in eine Treuhandgesellschaft ausgelagert. Damit soll verhindert werden, dass Opel in den Strudel der GM-Insolvenz gerät. Dies ist nach Worten eines GM-Europe-Sprechers vom Montag nicht mehr zu befürchten.

Bei Opel seien die deutschen Politiker wegen der anstehenden Bundestagswahlen erpressbar "und die USA wissen das natürlich", sagte der DIW-Chef. "Die Gefahr ist deshalb groß, dass die Opel-Rettung den deutschen Steuerzahler mehr Geld kostet als nötig." Ein geordnetes Insolvenzverfahren bei Opel wäre besser gewesen, sagte er. "Dann würden konsequent die Dinge offen gelegt und man könnte genau feststellen, wie viel das Unternehmen wert ist."

sam/Reuters



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