Staatshilfe Japan will Firmen mit neuen Milliarden helfen

Japans Firmen in Not: Die Regierung in Tokio will Unternehmen mit einem milliardenschweren Kreditprogramm unterstützen. Die Finanzsparte des Autoriesen Toyota kündigte bereits an, Staatshilfe in Anspruch nehmen zu wollen. Die Bank benötigt angeblich 1,6 Milliarden Euro.


Tokio - Japan will mit einem Griff in die Devisenreserven die unter Kreditengpässen leidenden Unternehmen unterstützen. Die staatlich abgesicherte japanische Bank für Internationale Zusammenarbeit (JBIC) werde noch in diesem Monat ein Kreditprogramm für Unternehmen ausweiten, die im Ausland tätig seien, teilte das Finanzministerium am Dienstag mit.

Skyline von Tokio: Fünf Milliarden Dollar aus dem Devisenbestand
REUTERS

Skyline von Tokio: Fünf Milliarden Dollar aus dem Devisenbestand

Dazu soll die Bank noch in diesem Monat fünf Milliarden Dollar aus dem Devisenbestand erhalten. "Wir erwarten, dass die Schwierigkeiten bei der Unternehmensfinanzierung in Japan und im Ausland ihren Gipfel bald erreichen, wenn sich die Schwierigkeiten der Wirtschaft verschärfen", sagte Finanzminister Kaoru Yosano.

Japans Unternehmen haben zunehmend Probleme, an Kredite zu kommen. Weil die Aktienbestände der Banken im Zuge der Finanzkrise deutlich an Wert verloren haben, schränkten viele Geldinstitute ihre Kreditvergabe deutlich ein. Das verschärft die Wirtschaftskrise.

Der Autohersteller Toyota könnte das erste einer Reihe großer Unternehmen sein, die vor dem Ende des Geschäftsjahres Ende März auf das staatliche Geld zurückgreifen. So bat jetzt die Toyota-Bank wie Konkurrenten aus den USA und aus Deutschland um staatliche Hilfe. Die Finanzsparte habe die JBIC wegen der Finanzkrise um einen Kredit ersucht, teilte der Autobauer am Dienstag mit. Nach Angaben aus informierten Kreisen geht es um einen Kredit in Höhe von 200 Milliarden Yen (1,6 Milliarden Euro). Toyota wäre der erste Autobauer, den die Bank seit der Auflage des Kreditprogramms im vergangenen Jahr unterstützt.

Mit den Finanzmitteln sollen die steigenden Kreditkosten des Autokonzerns in den USA gedeckt werden. Viele Experten erwarten, dass nach Toyota auch andere japanische Großunternehmen um Staatshilfe ersuchen werden. Toyota Chart zeigen erwartet in dem im März endenden Geschäftsjahr wegen Umsatzeinbrüchen auf den größten Märkten in Japan, Nordamerika und Europa einen operativen Verlust von 450 Milliarden Yen (3,7 Milliarden Euro).

Die Devisenreserven Japans liegen derzeit bei ungefähr einer Billion Dollar und bestehen vermutlich überwiegend aus Dollar; das Finanzministerium nennt keine Details zur Zusammensetzung. "Japan hat den Spielraum, in seine Reserven zu greifen, ohne die Wahrnehmung seiner Wirtschaft und Währung zu gefährden", sagte Masafumi Yamamoto von der Royal Bank of Scotland Chart zeigen.

kaz/Reuters/dpa



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