Staatshilfen US-Großbanken zahlen 66 Milliarden Dollar an Regierung zurück

Die US-Finanzindustrie befreit sich allmählich aus der staatlichen Kontrolle. Mehrere Großbanken haben am Mittwoch damit begonnen, Hilfen an die Regierung zurückzuzahlen - insgesamt 66 Milliarden Dollar. Im Gegenzug dürfen unter anderem Manager bald wieder üppige Boni bekommen.


Zentrale von Morgan Stanley: Mehr als eine Milliarde Dollar Dividenden
AFP

Zentrale von Morgan Stanley: Mehr als eine Milliarde Dollar Dividenden

New York - Allein die Bank JPMorgan Chase Chart zeigenerstattete nach eigenen Angaben 25 Milliarden Dollar zurück. Morgan Stanley Chart zeigenund Goldman Sachs Chart zeigen überwiesen jeweils zehn Milliarden Dollar, US Bancorp 6,6 Milliarden, American Express Chart zeigen 3,39 Milliarden und BB&T Corporation 3,1 Milliarden Dollar.

Das Finanzministerium in Washington hatte vor mehr als einer Woche zehn der größten US-Banken für ausreichend stabilisiert erklärt und der Rückerstattung von insgesamt 68 Milliarden Dollar an Staatshilfen zugestimmt. Die Banken wollten sich der Beschränkungen entledigen, die mit der Annahme der Gelder aus dem Bankenrettungsfonds TARP einhergingen - etwa die Begrenzung bei der Zahlung von Managerboni.

Nach Angaben des Finanzministeriums soll das zurückgezahlte Geld wieder in den Bankenrettungsfonds fließen, um bei Bedarf erneut für die Stabilisierung des Finanzsektors bereitzustehen. Seit Herbst 2008 zahlte das Ministerium insgesamt 199 Milliarden Dollar aus dem TARP-Programm an rund 600 gefährdete Banken aus.

Die Banken hatten die Hilfen auf dem Höhepunkt der Finanzkrise erhalten. Für den Staat haben sich die Hilfen finanziell sogar ausgezahlt: Sie liefen über den Erwerb von Vorzugsaktien der Banken, auf die eine Dividende gezahlt wurde. JPMorgan bezifferte die Dividende auf insgesamt 795 Millionen Dollar, Goldman Sachs auf 425 Millionen. Einige Experten hatten allerdings auch vor einer verfrühten Rückzahlung gewarnt, da die Krise noch nicht ausgestanden sei.

mik/AFP/dpa



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