Städteranking München gewinnt, der Ruhrpott verliert

Bestnote für den Standort München: Unternehmer wählten die Bayernmetropole in einem deutschlandweiten Ranking auf den ersten Platz. Auch sonst bekamen Großstädte gute Bewertungen - den zweiten Platz belegt Hannover.

Stuttgart - Das Ergebnis überrascht nicht wirklich, denn die Stadt gilt als attraktiv: München ist bei Unternehmen am beliebtesten, wie eine Umfrage bei rund 2000 Firmen in den 20 größten Städten Deutschlands ergeben hat. Die bayerische Landeshauptstadt liegt in der Beliebtheitsskala vor Hannover und Düsseldorf, das teilte die Beratungsgesellschaft Ernst & Young am Donnerstag mit.

Auf den hinteren Plätzen liegen vor allem die ehemaligen Arbeiterstädte aus dem Ruhrpott: So liegt Essen auf Platz 15, Dortmund auf Platz 16, Bochum auf Platz 18 und Duisburg auf dem letzten Platz. Dazu kommen Mannheim und Wuppertal, die die Plätze 17 und 19 belegen.

Insgesamt sind die Unternehmer allerdings zufrieden mit den Bedingungen, die ihnen die Städte bieten. Nur rund acht Prozent der Unternehmen überlegen, ob sie ihren Standort verlegen sollten. Es sind vor allem eine gute Verkehrsanbindung und -infrastruktur, ein ausreichendes Angebot an qualifizierten Arbeitskräften und ein möglichst angemessenes Gehalts- und Lohnniveau, die einen guten Unternehmensstandort ausmachen. Überdurchschnittlich wichtig sei den Unternehmen auch die Sicherheit in ihrer Stadt, heißt es in der Untersuchung weiter.

Beim wichtigsten Standortfaktor, der Verkehrssituation, schneide Berlin am besten ab - vor Dortmund und Hannover. Eine ausreichende Zahl qualifizierter Arbeitskräfte bieten aus Sicht der Unternehmen vor allem München, Frankfurt und Düsseldorf. Mit dem Gehalts- und Lohnniveau seien hingegen die Unternehmen in Düsseldorf, Dortmund und Hamburg am zufriedensten.

Große Zustimmung finde die Qualität von und Nähe zu Hochschulen und Forschungseinrichtungen: Im Durchschnitt aller Städte bewerteten 94 Prozent ihre Stadt in diesem Punkt positiv, wobei München vor Stuttgart am besten abschneidet.

In etwa jedem zwölften Unternehmen wird den Angaben zufolge derzeit über eine Verlagerung nachgedacht. Oft böten die bisherigen Standorte nicht genug Platz für die geplante Expansion. Auch niedrigere Standortkosten, zum Beispiel die Höhe der Gewerbesteuern, könnten ein Auslöser für solche Überlegungen sein.

Besonders niedrig ist der Anteil der Unternehmen, die über eine Standortverlagerung nachdächten, laut der Studie in Frankfurt am Main und Dresden (fünf Prozent), wohingegen in Bonn (elf Prozent), Bielefeld und Wuppertal (jeweils zehn Prozent) offenbar besonders viele Unternehmen derartige Überlegungen anstellten.

sam/AP