Standortkrise AEG-Werk in Nürnberg droht Schließung

Die Standortflucht in Deutschland geht weiter. Nun prüft der schwedische Hersteller von Haushaltsgeräten Electrolux die Aufgabe der Nürnberger AEG-Fertigung. Zahlreiche Arbeitsplätze sind in Gefahr.


Nürnberg - Der Aufsichtsrat habe das Management mit einer entsprechenden Untersuchung beauftragt, teilte Electrolux mit. 1750 Mitarbeiter wären von einer Schließung betroffen.

Die Produktion in Nürnberg, wo vor allem Waschmaschinen und Geschirrspüler hergestellt werden, stehe unter enormem Preisdruck, hieß es. So sei der Durchschnittspreis für Waschmaschinen in den vergangenen beiden Jahren um 15 Prozent gefallen. Dieser Trend halte an. Das Werk sei nicht mehr wettbewerbsfähig, sagte ein Sprecher.

Nicht betroffen von der Prüfung ist das AEG-Werk im mittelfränkischen Rothenburg ob der Tauber, wo Herde und Kochfelder produziert werden. Bereits am 15. Februar hatte Electrolux bekannt gegeben, dass etwa die Hälfte aller Werke in Hochlohnländern potenziell gefährdet sei und möglicherweise verlagert oder geschlossen werden müsse.

Billiganbietern und hoher Preisdruck machen den hiesigen Herstellern von Haushaltsgeräten massive Probleme. Electrolux-Konkurrent Bosch-Siemens hat deswegen bereits den Abbau von 400 Arbeitsplätzen angekündigt.



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