Statistisches Bundesamt Deutschlands Exporte brechen massiv ein

Stärkster Rückgang seit 1990: Im März fielen die deutschen Ausfuhren wegen der Coronakrise um knapp zwölf Prozent im Vergleich zum Vormonat - das teilte das Statistische Bundesamt mit.
Der Container-Terminal Bremerhaven: Die deutschen Exporte brachen im März 2020 um knapp acht Prozent ein

Der Container-Terminal Bremerhaven: Die deutschen Exporte brachen im März 2020 um knapp acht Prozent ein

Foto: Mohssen Assanimoghaddam / DPA

Der deutsche Export ist zu Beginn der Coronakrise eingebrochen. Die Unternehmen führten im März Waren im Wert von 108,9 Milliarden Euro aus. Das waren 11,8 Prozent weniger als im Februar und 7,9 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Gegenüber dem Vormonat war es der stärkste Rückgang seit Beginn der Zeitreihe im August 1990. Die Importe verringerten sich binnen Jahresfrist um 4,5 Prozent auf 91,6 Milliarden Euro.

Gesamtes erstes Quartal negativ

Der Einbruch im März hinterließ deutliche Spuren im ersten Quartal. Die Ausfuhren sanken gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,3 Prozent auf 324,9 Milliarden Euro. Die Einfuhren verringerten sich um 2,9 Prozent auf 273,1 Milliarden Euro.

Vor der Eskalation der Krise in Europa hatten die Unternehmen im Februar noch etwas mehr Waren "Made in Germany" ausgeführt als im Vorjahreszeitraum. Erste Effekte hatten sich aber bereits im Handel mit der im Februar besonders von dem neuartigen Virus betroffenen Volksrepublik China gezeigt. Die Welthandelsorganisation (WTO) rechnete zuletzt mit einem Absturz des Welthandels infolge der Coronakrise von 13 bis 32 Prozent.

Die Coronakrise dürfte bei der exportlastigen Wirtschaft auch im April für einen massiven Einbruch gesorgt haben. Die gesamte Wirtschaft steht 2020 vor einer tiefen Rezession. Die EU-Kommission sagt für Deutschland einen Rückgang des Bruttoinlandsprodukts von 6,5 Prozent voraus.

caw/dap/AFP
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