SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

18. Juni 2006, 17:17 Uhr

Stellenabbau

Allianz vor harten Einschnitten

Der Umbau des Versicherungskonzerns Allianz wird in Deutschland einem Zeitungsbericht zufolge mehrere tausend Stellen kosten. Demnach sollen morgen die endgültigen Entscheidungen fallen. Betriebsräte fürchten, dass ein Fünftel der 40.000 Stellen bedroht ist.

Frankfurt - Die Ungewissheit über den geplanten Konzernumbau und Stellenstreichungen beim Allianz-Konzern dürfte in den nächsten Tagen ein Ende finden. "Und dann beginnt das Heulen", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" einen nicht näher genannten Manager des Konzerns. Am Donnerstag will sich der Versicherungsriese auf einer Pressekonferenz äußern, zuvor wird das Thema die Gremien des Unternehmens beschäftigen. Dem Bericht zufolge wird Vorstandschef Michael Diekmann morgen mit dem Vorstand über die Pläne entscheiden, am Dienstag würden der Aufsichtsrat und am Mittwoch die Betriebsräte eingeweiht.

Konzern im Umbau: Tausende Stellen in Gefahr  
DDP

Konzern im Umbau: Tausende Stellen in Gefahr  

Neben tausenden Stellen werde die Allianz auch eine bis zwei der insgesamt sechs regionalen Verwaltungen streichen, meldete die Zeitung ohne nähere Nennung von Quellen. Mindestens 1000 Stellen stehen demnach außerdem bei der Tochter Dresdner Bank zur Disposition. Erst im Mai hatte die Konzernspitze die Banktochter zu vermehrten Anstrengungen aufgefordert, um die Rendite zu steigern.

Am Rand der Hauptversammlung Anfang Mai hatten Beschäftigte gegen die Zusammenführung der drei deutschen Versicherer der Allianz demonstriert. Betriebsräte fürchten, dass ein Fünftel der 40.000 Stellen bedroht ist. Die Gewerkschaft Verdi forderte einen Verzicht auf Entlassungen bis 2012, die Allianz sagt dies nur bis 2007, unter Bedingungen bis 2010 zu.

Allianz-Chef Michael Diekmann hatte die Umstrukturierung im Inland trotz hoher Gewinne damit begründet, noch sei die Allianz in einer Position der Marktführerschaft und dürfe nicht zaudern. Wie viele Stellen durch die Zusammenführung der Versicherer der Sparten Leben, Sach und Kranken in Deutschland wegfallen, hatte er bislang stets offen gelassen.

ler/reuters/AP

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2006
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung