Stellenabbau Telekom will Konzern radikal umbauen

Die Deutsche Telekom plant die drastischste Umstrukturierung ihres Konzerns seit 1995. 2000 Stellen sind betroffen, darunter auch die vieler Führungskräfte.


AP

Hamburg - Wie die Telekom am Freitag mitteilte, will sie das neue Organisationsmodell Anfang 2001 einführen. Die 39 Kundenniederlassungen und die sechs Direktionen des Unternehmens sollen dabei in selbstständig operierende Vertriebsbereiche überführt werden. Laut "Financial Times Deutschland" müssten die bundesweiten Niederlassungen künftig streng profitorientiert arbeiten und die sechs Direktionen komplett gestrichen werden. Zurzeit nehmen sie nur reine Kontroll- und Prüfungsaufgaben wahr, die in dieser Form entbehrlich geworden sind. Künftig sollten Mitarbeiter der Zentrale diese Aufgabe erledigen.

Betriebsbedingte Kündigungen seien aber ausgeschlossen, erklärte Personalvorstand Heinz Klinkhammer. Für die 2000 betroffenen Beschäftigten der Umstrukturierung eröffneten sich nach seinen Angaben Tätigkeiten in den Wachstumsbereichen. Das sind vor allem die Sparte Mobilfunk und das Online-Geschäft. Von Experten hieß es, dass bis zu 300 Führungsposten mitbetroffen seien.

Mit dem Umbau wolle die Telekom Überbleibsel ihrer alten Behördenstruktur weiter abbauen. Ziel der Neuordnung sei es, allen Kunden des Unternehmens individuell ausgerichtete Telekommunikationslösungen anbieten zu können. Mit schlankeren Hierarchie-Ebenen könne die Effizienz erhöht und die Kundennähe verstärkt werden, hieß es.

Die Neuorganisation ziele ausschließlich auf die Muttergesellschaft des Konzerns ab. Die Deutsche Telekom betreibt das traditionelle Festnetzgeschäft und erzielt mehr als die Hälfte von Umsatz und Gewinn im Gesamtunternehmen.



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