Lohn- und Mehrwertsteuer Steuereinnahmen von Bund und Ländern brechen im September um 13 Prozent ein

Die Staatsausgaben steigen durch die Coronakrise enorm und gleichzeitig brechen die Einnahmen ein. Das Steueraufkommen in Bund und Ländern ist erneut stark gesunken - auch wegen des Konjunkturpakets.
Supermarktkasse in Bayern: Auf Lebensmittel sind bis Jahresende nur fünf statt sieben Prozent Mehrwertsteuer fällig

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Teil des Konjunkturpakets der Regierung zur Bewältigung der Corona-Pandemie ist die auf das zweite Halbjahr 2020 befristete Mehrwertsteuersenkung. Diese wirkt sich nun auch auf die Höhe der Steuereinnahmen von Bund und Ländern aus. Das Aufkommen im September ist dem aktuellen Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums zufolge erneut deutlich gesunken.

"Die konjunkturellen Auswirkungen der Coronakrise belasteten weiterhin das Steueraufkommen", zitiert die Nachrichtenagentur Reuters aus dem Bericht. Die Steuereinnahmen fielen demnach um 12,8 Prozent auf 63,52 Milliarden Euro. Im Zeitraum Januar bis September 2020 hatte das Minus gut 8 Prozent betragen - bei Einnahmen von rund 496 Milliarden Euro.

Kinderbonus lässt Lohnsteuereinnahmen sinken

Das Aufkommen aus der Körperschaftsteuer lag zudem gut ein Viertel unter dem Vorjahreswert - eine Folge von Stundungen und niedrigeren Vorauszahlungen der Unternehmen, damit diese kurzfristig über mehr Liquidität verfügen. Einen erheblichen Rückgang gab es zudem bei der Lohnsteuer. "Dieser resultierte überwiegend aus der Zahlung der ersten Rate des Kinderbonus in Höhe von 200 Euro, welcher aus dem Lohnsteueraufkommen gezahlt wird."

In den ersten neun Monaten wies der Bundeshaushalt  ein Finanzierungsdefizit von 72,5 Milliarden Euro aus. Denn neben den geringeren Einnahmen schlagen sich die Corona-Hilfen auch in deutlich höheren Ausgaben nieder.

Nach der historischen Rezession im ersten Halbjahr rechnet das Finanzministerium im dritten Quartal mit einem "kräftigen Zuwachs". Allerdings habe die Erholung zuletzt etwas an Dynamik verloren. "Der weitere Aufholprozess ist aufgrund des dynamischen Infektionsgeschehens weiterhin mit Risiken verbunden."

apr/Reuters
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