August-Zahlen Steuereinnahmen von Bund und Ländern sinken erstmals in diesem Jahr

Die hohen Preise für Energie belasten die Wirtschaft enorm. Die sinkende Wirtschaftsleistung wirkt sich auch auf die Steuereinnahmen aus.
Erdölraffinerie: Ausblick deutlich verschlechtert

Erdölraffinerie: Ausblick deutlich verschlechtert

Foto: Patrick Pleul / dpa

Die Steuereinnahmen von Bund und Ländern sind erstmals in diesem Jahr zurückgegangen. Im August 2022 summierten sie sich auf 54,21 Milliarden Euro und lagen damit 2,6 Prozent unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums, wie aus dem Monatsbericht des Bundesfinanzministeriums hervorgeht, der am Donnerstag veröffentlicht wird. »Sowohl die Lohnsteuer als auch die Steuern vom Umsatz wiesen im August nur geringe Einnahmezuwächse auf.« Im Juli hatte es noch insgesamt ein Miniplus von 0,3 Prozent gegeben, davor teils sehr deutliche Steigerungen.

Das schlägt sich noch in der Bilanz für die ersten acht Monate nieder. In diesem Zeitraum kletterten die Steuereinnahmen von Bund und Ländern um 12,8 Prozent auf 522,26 Milliarden Euro. »Dies war zum Teil bedingt durch die insbesondere im ersten Halbjahr noch schwache Vergleichsbasis 2021 infolge der wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie«, heißt es in dem Bericht.

Die Konjunktur in Deutschland habe sich im ersten Halbjahr trotz des russischen Angriffs auf die Ukraine noch relativ robust gezeigt. »Allerdings hat sich der Ausblick für das zweite Halbjahr 2022 angesichts der nahezu vollständig ausgesetzten Gaslieferungen aus Russland und der außerordentlich hohen Energiepreise deutlich verschlechtert«, so das Ministerium. Deswegen habe die Ampelkoalition ein drittes und 65 Milliarden Euro schweres Entlastungspaket beschlossen.

mik/Reuters
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