Steuerhinterziehung Ex-Samsung-Chef muss 69 Millionen Euro Strafe zahlen

Der ehemalige Samsung-Chef Lee Kun Hee ist wegen Steuerhinterziehung zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt worden. Außerdem muss er eine millionenschwere Geldstrafe zahlen. Vom Vorwurf der Untreue sprach das Gericht den Manager allerdings frei.


Seoul - Ein südkoreanisches Gericht hat den ehemaligen Samsung-Chef Lee Kun Hee wegen Steuerhinterziehung zu einer dreijährigen Bewährungsstrafe verurteilt. Zudem erlegte ihm das Gericht eine Geldstrafe von 110 Milliarden Won (69 Millionen Euro) auf. Vom Anklagepunkt der Untreue und der illegalen Ausgabe von Anleihen sprach das Gericht den einflussreichen Geschäftsmann dagegen frei.

Ex-Samsung-Chef Lee: Nach 20 Jahren an der Spitze zurückgetreten
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Ex-Samsung-Chef Lee: Nach 20 Jahren an der Spitze zurückgetreten

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft und eine Geldstrafe von 223 Millionen Euro für den 66-Jährigen gefordert.

Lee war im April angeklagt worden. Daraufhin trat er nach fast 20 Jahren vom Spitzenposten bei der größten Unternehmensgruppe Südkoreas zurück. Samsung Chart zeigen erwirtschaftet jährlich Umsätze von rund hundert Milliarden Euro und beschäftigt mehr als 250.000 Menschen.

Trotz seines Rücktritts bleibt Lee ein wichtiger Aktionär bei Samsung. Experten erwarten, dass die Familie Lee auch nach der Verurteilung die Fäden bei Samsung in der Hand halten wird.

Die Korruptionsermittlungen bei Samsung waren in Gang gekommen, nachdem ein ehemals hochrangiger Mitarbeiter Teilen der Konzernspitze vorgeworfen hatte, Geld abgezweigt zu haben und eine Schmiergeldkasse für Bestechungszahlungen an Politiker, Strafverfolger und Beamte zu unterhalten.

Neben Lee wurden neun weitere Samsung-Topmanager angeklagt. Die Bestechungsvorwürfe erhärteten sich bei den Ermittlungen jedoch nicht.

Lee wurde beschuldigt, über verdeckte Konten Aktiengeschäfte getätigt zu haben. Daraus erzielte Gewinne wurden nicht versteuert. Der Vorwurf, wonach Samsung aus schwarzen Kassen regelmäßig Staatsbeamte bestochen haben soll, wurde aus Beweismangel fallengelassen.

Schon in der Vergangenheit haben sich die Gerichte in Südkorea oft nachsichtig gegenüber ähnlichen Vergehen von Topmanagern gezeigt und diese von Gefängnisstrafen verschont. Begründet wurde dies damit, dass Schaden von der Wirtschaft abgewendet werden solle. Anfang Juni hatte Südkoreas Oberstes Gericht den Chef des Autoherstellers Hyundai Chart zeigen wegen Untreue zu einer Bewährungsstrafe von drei Jahren verurteilt.

wal/Reuters/dpa



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