Steuern 2007 Mehrwertsteuer rauf, Privilegien runter

Dass die Mehrwertsteuer ab Januar 2007 steigt, hat sich inzwischen wohl herumgesprochen. Zugleich gibt es aber viele kleine Änderungen im Steuerrecht, die weniger Beachtung fanden. Künftig kann man weniger absetzen - und Spitzenverdiener zahlen drauf.


Steuern

Ab dem 1. Januar erhöht sich die Mehrwertsteuer von 16 auf 19 Prozent. Waren und Dienstleistungen werden dadurch künftig durch die Bank mehr kosten. Nur für bestimmte Artikel des täglichen Bedarfs wie Lebensmittel, Kinokarten oder auch Bücher gilt weiterhin der ermäßigte Steuersatz von sieben Prozent. Mieten oder Baukredite sind gar nicht betroffen.

Nach Berechnungen des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen haben die Deutschen durch die Erhöhung 24 Milliarden Euro weniger zur Verfügung. Dessen Chefin Edda Müller forderte die Verbraucher auf, wegen der Steuererhöhung bei den Packungsgrößen und Preisen besonders gut aufzupassen. Vor allem in Drogeriemärkten seien die Erhöhungen schon vorgezogen worden. "In vielen Fällen werden die Preiserhöhungen auch dadurch verschleiert, dass man für den gleichen Preis geringere Packungsinhalte bekommt", warnte sie.

Am 1. Januar tritt das Steueränderungsgesetz in Kraft – dadurch ergibt sich eine Fülle von Einzeländerungen. So fällt vom Grundsatz her die Pendlerpauschale für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz weg. Zur "Vermeidung von Härten für Fernpendler" wird die Entfernungspauschale in Höhe von 30 Cent aber ab dem 21. Kilometer "wie Werbungskosten oder Betriebsausgaben" berücksichtigt, obwohl es diese für Pendler eigentlich nicht mehr gibt. Steuerlich bringt die Entfernungspauschale erst dann eine Entlastung, wenn man mehr als 34 Kilometer zur Arbeit fährt. Bis dahin ist der Pauschbetrag von 920 Euro pro Jahr günstiger. Auch wer mit Bus und Bahn zur Arbeit kommt, fährt 2007 teurer.

Wie man sich auf die steuerlichen Änderungen 2007 einstellen kann - weitere Hinweise finden Sie hier.

Ein häusliches Arbeitszimmer ist künftig nur noch dann als Betriebsausgabe oder über Werbungskosten steuerlich absetzbar, wenn es den Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit darstellt. Bisher gilt hier eine Grenze von 50 Prozent. Arbeitsmittel wie Computer oder Büromöbel dürfen aber weiter abgesetzt werden.

Für private Einkommen über 250.000 Euro bei Ledigen und 500.000 Euro bei zusammen veranlagten Ehegatten müssen künftig in der Spitze 45 Prozent abgeführt werden – die sogenannte Reichensteuer. Für die Gewinneinkünfte aus der Land- und Forstwirtschaft, Gewerbebetrieben oder selbständiger Arbeit wird ein Entlastungsbetrag eingeführt, damit diese nicht bei der Reichensteuer angerechnet werden. Kommt es 2008 nicht zu einer Unternehmenssteuerreform, soll die Regelung verlängert werden.



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