Steuern Was sich 2007 ändert

Der Fiskus bittet die Bürger ab nächstem Jahr noch kräftiger zur Kasse als bisher, bei den Sozialbeiträgen bleibt unter dem Strich hingegen eine Entlastung: Eine ganze Reihe von Änderungen, die von der großen Koalition beschlossen wurden, treten am 1. Januar im Kraft - SPIEGEL ONLINE gibt einen Überblick.


Mehrwertsteuer: Sie steigt zum Jahreswechsel um drei Prozentpunkte auf 19 Prozent. Trotz der höheren Steuereinnahmen hatte die Bundesregierung eine Änderung dieser bislang größten Steuererhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik abgelehnt. Viele Geschäfte erhöhten schon im Vorfeld der Steuererhöhung ihre Preise.

Beiträge: Der Rentenbeitrag steigt ab Januar zwar von 19,5 auf 19,9 Prozent, der Krankenkassen-Beitrag um etwa 0,5 Prozentpunkte. Einige Kassen haben sogar schon höhere Beitragssteigerungen im Visier. In der Arbeitslosenversicherung sinkt der Beitrag aber von 6,5 auf 4,2 Prozent.

Pendlerpauschale: Die Pendlerpauschale in Höhe von 30 Cent pro Kilometer wird nur noch ab dem 21. Kilometer steuermindernd berücksichtigt. Für Entfernungen bis zu 20 Kilometern zwischen Wohnung und Arbeitsplatz kann sie dagegen nicht mehr geltend gemacht werden.

Sparerfreibetrag: Der Freibetrag sinkt von 1370 Euro für Ledige und 2740 Euro für Verheiratete auf 750 Euro beziehungsweise 1500 Euro. Bis zu dieser Grenze bleiben Kapitaleinkünfte wie Zinsen und Dividenden steuerfrei.

Arbeitszimmer: Das Arbeitszimmer in den eigenen vier Wänden wird nur noch dann steuerlich berücksichtigt, wenn es den "Mittelpunkt der gesamten betrieblichen und beruflichen Tätigkeit" bildet. Damit können zum Beispiel Lehrer ihr häusliches Arbeitszimmer nicht mehr absetzen.

Reichensteuer: Auf private Einkommen über 250.000 Euro für Ledige und 500.000 Euro für Verheiratete wird ein Zuschlag von drei Prozentpunkten auf den Spitzensteuersatz von 42 Prozent erhoben. Einkünfte aus Gewerbebetrieben oder selbstständiger Arbeit sind ausgenommen.

Elterngeld: Elterngeld gibt es für Kinder, die ab dem 1. Januar geboren werden. Es wird im Kernzeitraum zwölf Monate gezahlt, wenn Mutter oder Vater aus dem Beruf aussteigen, um sich um das Baby zu kümmern. Zwei zusätzliche Monate kommen hinzu, wenn sich auch der Partner Zeit für das Kind nimmt und seine Erwerbstätigkeit reduziert oder aussetzt. 67 Prozent des früheren monatlichen Nettoeinkommens werden ersetzt - doch gilt dabei eine Obergrenze von 1800 Euro monatlich. Mindestens 300 Euro werden gezahlt.

Kindergeld: Künftig nur noch bis zum Alter von 25 Jahren statt bisher 27 Jahren wird das Kindergeld gezahlt. Die Regelung wirkt sich vor allem für Eltern aus, deren Kinder eine längere Ausbildung - beispielsweise ein Studium - absolvieren.

mik/AFP



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