Reaktion der Steuersünderin Alice Schwarzer geht stiften

Alice Schwarzer ergreift die Flucht nach vorn. Wegen der Debatte um ihre Steuer-Beichte kündigt die Frauenrechtlerin früher als geplant die Gründung einer Gemeinnützigen Stiftung an. Die Image-Kampagne soll offenbar ihre Kritiker besänftigen.
Frauenrechtlerin Schwarzer: Stattet Stiftung mit einer Million Euro Kapital aus

Frauenrechtlerin Schwarzer: Stattet Stiftung mit einer Million Euro Kapital aus

Foto: Henning Kaiser/ picture alliance / dpa

Hamburg - Alice Schwarzer steht wegen ihrer Steuer-Beichte im Kreuzfeuer der Kritik. Die Frauenrechtlerin hatte jahrelang eine erhebliche Geldsumme in der Schweiz gebunkert, ohne auf die Erträge Steuern zu zahlen. Nur dank einer Selbstanzeige geht sie straffrei aus. Jetzt scheint Schwarzer ihren Ruf aufbessern zu wollen. In einer Pressemitteilung gab sie bekannt, dass sie eine Gemeinnützige Stiftung gründen wolle.

Schwarzer wolle Projekte fördern, die der Chancengleichheit und den Menschenrechten von Mädchen und Frauen zugute kommen, heißt es in der Mitteilung. Die Stiftung sei seit Monaten in Vorbereitung, der Satzungsentwurf des Notars liege bereits vor. Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte habe Schwarzer sich nun entschlossen, mit der Ankündigung der Stiftung nun mehrere Monate früher als geplant an die Öffentlichkeit zu gehen.

Die Stiftung soll von ihrer Gründerin mit einer Million Euro Stiftungskapital ausgestattet und darüber hinaus jährlich alimentiert werden. Alice Schwarzer bringe als Verlegerin des Magazins "Emma" dazu den Verlag dieser Zeitschrift in die Stiftung ein. "Emma" sei ökonomisch unabhängig und schreibe schwarze Zahlen; die Einkünfte der Zeitschrift sollen in Zukunft zum laufenden Betrieb der Stiftung beitragen.

Der Start der Stiftung ist für Herbst 2014 geplant, teilte eine Sprecherin von Schwarzer SPIEGEL ONLINE mit. Bislang habe die Organisation keinen Namen, auch konkrete Förderprojekte gebe es noch nicht.

bos