Steve Jobs Ärzte geben Apple-Chef nach Lebertransplantation gute Prognose

Steve Jobs war schwerer erkrankt als bisher öffentlich bekannt: Ärzte haben bestätigt, dass ihm eine Spenderleber eingesetzt werden musste. Inzwischen hat er sich von der Operation weitgehend erholt - und will bis Monatsende wieder die Führung des Konzerns übernehmen.


Hamburg - Steve Jobs hat sich tatsächlich einer Lebertransplantation unterzogen. Eine Klinik im US-Bundesstaat Tennessee bestätigte in der Nacht zum Mittwoch die Operation. Der Apple-Chef erhole sich gut und habe eine "exzellente Prognose", teilte das Methodist University Hospital in Memphis mit. Den Zeitpunkt der Operation nannte die Klinik nicht.

Jobs sei nicht bevorzugt behandelt worden, sondern zu dem Zeitpunkt, als eine Spenderleber verfügbar wurde, der am schwersten erkrankte Patient auf der Warteliste gewesen. Am Wochenende hatte das "Wall Street Journal" als erstes von einer Lebertransplantation bei Jobs vor etwa zwei Monaten berichtet und darauf hingewiesen, dass Tennessee kürzere Wartezeiten auf eine Spenderleber habe als andere Staaten der USA.

Warum Jobs eine neue Leber benötigte, bleibt unklar. Er selbst hatte Anfang Januar von einer Hormonstörung gesprochen, durch die sein Körper keine Proteine verarbeiten könne.

Jobs hatte die Geschäftsführung wegen seiner Probleme im Januar vorläufig an Betriebschef Tim Cook abgegeben. Die Gesundheit des Apple-Chefs steht seit Jahren im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, weil er als Schlüsselfigur für die Erfolge des iPhone- und Mac-Herstellers gilt. Investoren befürchteten lange Zeit Rückschläge für Apple, falls er ernsthaft erkranken sollte - allerdings haben die vergangenen Monate diese Sorgen gedämpft, das Geschäft lief auch ohne den charismatischen Firmenchef bestens.

Apple hat Jobs' Rückkehr für Ende des Monats angekündigt und diesen Zeitplan in der Nacht auch bestätigt. Der Firmenchef soll aber schon in den vergangenen Tagen wieder in der Unternehmenszentrale gewesen sein. An diesem Dienstag äußerte er sich erstmals seit Monaten wieder öffentlich - in einer Pressemitteilung zu den Verkaufszahlen des neuen iPhone 3GS: "Die Kunden stimmen ab - und das iPhone ist der Gewinner."

Es ist offen, welche Rolle Jobs nach dem halben Jahr Abwesenheit im Unternehmen künftig genau übernehmen wird und ob die Position von Interimschef Cook aufgewertet wird. Auch über eine Loslösung des Apple-Chefs vom operativen Geschäft wird spekuliert.

Jobs war schon einmal schwer erkrankt. Im August 2004 hatte er bekanntgegeben, dass er wegen Bauchspeicheldrüsenkrebs operiert wurde. Seitdem gab es immer wieder Berichte über Gesundheitsprobleme, die sich auch auf den Aktienkurs von Apple auswirkten.

Apple wurde 1976 von Jobs und Steve Wozniak gegründet. Nach einem internen Machtkampf verließ er das Unternehmen 1985 - kehrte aber 1997 zurück, bewahrte Apple vor dem drohenden Ruin und führte das Unternehmen unter anderem mit dem iPod und dem iPhone zu neuen Erfolgen.

plö/AP/dpa



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