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Vermögen Stiftungen leiden unter Minuszinsen

aus DER SPIEGEL 29/2021

Gemeinnützige Stiftungen geraten in Schwierigkeiten, ihr Vermögen ertragreich anzulegen, da die meisten Banken Negativzinsen auf größere Guthaben verlangen. Deshalb gingen immer mehr Wohlhabende dazu über, einen anderen Stiftungstyp zu wählen, so die Beobachtung des Deutschen Stiftungszentrums in Essen. Statt Projekte oder Stipendien aus den Erträgen zu finanzieren, greifen sie den Vermögensstock an. Solche sogenannten Verbrauchsstiftungen sind seit 2013 in allen Bundesländern zulässig, wenn sie für mindestens zehn Jahre bestehen. Sobald das Vermögen aufgezehrt sei, ende ihre Existenz, erklärt Stiftungszentrumsexperte Markus Heuel. Dieser Typ eigne sich besonders bei kleineren Vermögen oder bei zeitlich begrenzten Vorhaben. Klassische Stiftungen hingegen, die ihre Zwecke aus den Erträgen statt aus der Substanz finanzieren, verlieren zunehmend an Handlungsspielraum. Die Minuszinsen belasten laut Heuel vor allem Stiftungen mit mittleren und kleineren Vermögen, etwa solche, die für ein Krankenhaus oder für ein Forschungszentrum eingerichtet worden sind.

hkr
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