Stinkender Export Belgien bringt Massen von Müll nach Deutschland

Belgische Müllunternehmer schaffen zurzeit hunderttausende Tonnen Abfall über die Grenze nach Deutschland. Grund für die Schwemme: die Discount-Preise deutscher Deponien.

Antwerpen - Seit einiger Zeit exportierten belgische Entsorgungsfirmen massenhaft Haushaltsmüll und Gewerbeabfall nach Deutschland, schreibt die flämische Zeitung "De Tijd". Die Entsorger versuchten damit, Umweltabgaben und Steuern im eigenen Land zu umgehen.

Weil diese stark gestiegen seien, hätten die belgischen Entsorger schon 2003 schrumpfende Gewinne verzeichnet. Jetzt suchten sie deshalb nach billigeren Lösungen jenseits der Grenze. "Es geht um etwa eine halbe Million Tonnen Abfall", schreibt die Zeitung.

Der Abfall werde massenhaft gerade nach Deutschland gebracht, "weil Müllkippen dort von 2006 an verboten werden", berichtete das Blatt. Es beruft sich auf den belgischen Verband der Umweltbetriebe, Febem.

Die Betreiber der deutschen Müllabladeplätze versuchten jetzt, ihre Halden noch vor dem Verbotsdatum möglichst voll zu bekommen. Sie berechneten deshalb sehr niedrige Tarife.

In Belgien wirke sich dies nachteilig auf dortige Deponien aus: Die einheimischen Entsorgungsbetriebe könnten ihre Anlagen nicht optimal auslasten, die Kommunen nähmen weniger Gebühren ein.

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