Das dunkle System

Teil 3: Die Verwandlung

HE GANG

He Gang, der Gruppenleiter, vor dem man Xie gewarnt hatte, war ein kleiner, drahtiger Mann mit diebischen Augen. Xie machte das erste Mal näher Bekanntschaft mit He Gang, als dieser einen seiner Freunde zusammenschlug.

Es war später Abend. Xie, Sun und einige andere Arbeiter saßen in ihrem Schlafsaal und unterhielten sich. Nach einer Weile kamen He Gang und ein paar weitere Aufseher zur Tür herein. Xie und die anderen Häftlinge standen sofort auf und stellten sich stramm hin. Nur Sun blieb auf dem Bettrand sitzen.

Die folgenden Ereignisse schildern Sun und Xie so:

He Gang ging schnurstracks auf Sun zu. "Du bist ungehorsam", brüllte er. "Du hältst dich nicht an die Regeln."

"Ich sitz doch nur hier", antwortete Sun. "Was geht dich das an?"

He Gang schickte die anderen Häftlinge aus dem Zimmer. Seine Männer und er umzingelten Sun. Sie schlugen ihn, bis er zu Boden ging. Dann begannen sie, von allen Seiten auf ihn einzutreten.


Weiqi nannten die Gruppenleiter diese Art der Folter. Go-Spiel. Man besiegt den Gegner, indem man ihn umzingelt. Wie bei dem Brettspiel.

Draußen, vor dem Schlafraum, hörte Xie das Geräusch der dumpfen Tritte. Er sagt, er hätte seinem Freund gerne geholfen, doch er habe gewusst, dass das ihre Probleme nur vergrößert hätte.

He Gang und seine Männer traten weiter auf Sun ein, so lange, bis er fast bewusstlos war. Dann verließen sie wortlos den Schlafsaal.

Xie und die anderen legten Sun in sein Bett. Er blutete aus dem Mund, sein Körper war mit Hämatomen übersät.

Am schlimmsten, sagt Sun, sei der Schmerz in seiner Hüfte gewesen. Er sei so stark gewesen, dass er sich wochenlang kaum bewegen konnte. Und er ging nie wieder ganz weg.

Eine Woche lang ging Sun nicht zur Arbeit. Die Aufseher ließen ihn in dieser Zeit in Ruhe. Niemand verlor über den Vorfall je wieder ein Wort. Auch Sun nicht.

Eines aber schwor er sich: Er würde sich He Gang niemals beugen. "Wenn ich schwach bin, wird er stärker", dachte er. "Aber wenn ich stark bin, wird er schwächer."


FREUNDSCHAFT

In den folgenden Wochen verbrachten Li, Xie und Sun viel Zeit miteinander. Sie ergänzten sich gut und halfen einander. Bald hatte jeder der drei eine bestimmte Rolle.

Li wurde zum Ideengeber der Gruppe. Ihm fiel selbst in schwierigen Situationen meist eine Lösung ein.

Xie beschaffte Informationen. Er freundete sich mit einem Häftling an, der für die Lagerpolizisten die Akten der anderen Sträflinge sortierte. So wussten die drei stets, wer aus welchem Grund neu ins Lager kam. Wem man trauen konnte und wen man besser mied.

Sun wurde zu ihrem Beschützer. Seit ihn die Wächter im Schlafsaal zusammengeschlagen hatten, war er noch trotziger und aggressiver geworden. Er bezog weiterhin Prügel. Doch es gelang ihm auch, dem einen oder anderen Gruppenleiter selbst ein paar zu verpassen. Manche Aufseher schreckte das ab, sie gingen Sun aus dem Weg. Davon profitierten auch Xie und Li.

Die Gesellschaft seiner zwei Freunde machte die Zeit im Straflager für Xie erträglicher. In den Nächten aber lag er oft wach. Kopfschmerzen plagten ihn. Xie dachte an seine Fabrik. Ob seine Frau es schaffen würde, alles alleine zu managen? Die ersten Kunden hatten ihre Aufträge storniert.

Draußen im Westgebirge sang wieder der Kuckuck. Xie schaute auf den Abreißkalender, den er sich heimlich gebastelt hatte. Es waren noch sehr viele Tage bis zu seiner Entlassung.


AUSGERAUBT

He Gangs Schikanen wurden mit der Zeit immer schlimmer. Mitunter habe sich der Gruppenleiter wie ein König gebärdet, erzählt Li. Mal befahl er einigen Straflagerschülern, ihm eine große Schüssel mit heißem Wasser zu bringen, damit er duschen konnte. Mal ließ er sich von Häftlingen die Füße waschen. Mal zwang er sie, seine Kleider zu reinigen und zusammenzufalten. Häftlinge, die sich mit ihm gut stellen wollten, machten ihm sogar das Bett.

Auch nach Li verlangte He Gang regelmäßig. Einmal befahl er ihm, seine Wäsche zu machen. Li gehorchte, wusch die Wäsche aber extra schlecht. Hinterher sagte er: "Ich weiß nicht, wie das geht." He Gang versuchte nur noch ein weiteres Mal mit Li sein Glück, dann ließ er von ihm ab. Li freute sich über den kleinen Triumph, aber er wusste, dass der Gruppenleiter den Vorfall sicher nicht vergessen würde.

Neben He Gang machte den Sträflingen bald noch ein zweiter Gruppenleiter das Leben zur Hölle: ein 1,80 Meter großer, bulliger Mann, der früher als Türsteher in einem Bordell gearbeitet haben soll. Sein Name war Zhan Bai.

Auf dem Innenhof von Xishanping gab es einen kleinen Kiosk, in dem man Dinge des täglichen Lebens bekam: Instantnudeln, eingelegtes Gemüse, Kekse, Zahnbürsten, Handtücher, Seife, Zigaretten. Gezahlt wurde mit einer Geldkarte, die jeder Häftling zu Beginn seiner Haft bekommen hatte und auf die Angehörige bei ihren Besuchen neues Geld luden.

Der Laden sei von den Frauen der Lagerpolizisten betrieben worden, erzählen Xie und ein weiterer Ex-Häftling. Viele Waren kosteten drei- bis viermal so viel wie in einem Laden außerhalb des Lagers, und oft buchten die Polizistenfrauen deutlich mehr Geld ab, als ihnen zustand. Wer es sich leisten konnte, kaufte trotzdem im Kiosk ein. Die regulären Essensrationen reichten kaum, um satt zu werden.

Zhan Bai kam regelmäßig zu Li und nahm ihm die Geldkarte weg. Wenn er sie ihm später zurückgab, sei stets ein Großteil des Geldes ausgegeben gewesen, sagt Li. Manche Häftlinge erzählten, Zhan Bai würde das Geld an die Polizisten weiterreichen. 20.000 Yuan, knapp 2000 Euro, habe er den Beamten angeblich gezahlt, um Gruppenleiter zu werden.


TODESANGST

Eines Mittags hockte Li mit ein paar anderen Straflagerschülern auf dem Boden der Kantine und schlang eine Portion wässrigen Chinakohl herunter. Eigentlich mussten sie beim Essen die ganze Zeit auf den Boden starren; als Li trotzdem einen kurzen Blick in den Raum riskierte, fiel ihm zum ersten Mal auf, dass die Fenster des großen Gebäudes auch im zweiten Stock vergittert waren. Er wunderte sich darüber, schließlich konnte von dort oben niemand ausbrechen.

Nach dem Essen ging Li zu einem Häftling, der schon sehr lange im Lager war, und fragte ihn danach. Der Mann blickte Li düster an.

Ob er schon einmal überlegt habe, warum sich die Häftlinge nachts gegenseitig bewachen müssen?

Li verstand nicht, was der Mann ihm sagen wollte.

Das Gitter sei dort oben, damit sich niemand aus dem Fenster stürze, sagte der Mann. Es seien schon mehrere Häftlinge von dort in den Tod gesprungen, weil sie es in Xishanping nicht mehr ausgehalten hätten.

Li dachte an seine Frau, seinen Sohn, seine Tochter, seinen alten Vater. Wie sehr sie auf ihn zählten, wie sehr sie ihn brauchten. Er beschloss, sich besser zu schützen.


Es gibt zahlreiche Berichte über Todesfälle in Straflagern. Laut Amnesty International soll in manchen Lagern sogar eine Quote existiert haben, die es den Aufsehern erlaubte, eine gewisse Anzahl von Häftlingen pro Monat zu Tode zu foltern, ohne dass sie dafür Konsequenzen fürchten mussten.

Ein gut dokumentierter Todesfall in Xishanping ereignete sich nur rund ein dreiviertel Jahr vor Lis Verhaftung. Am 28. Januar 2009 starb Jiang Xiqing, 66, pensionierter Steuerbeamter und Anhänger der Glaubensgemeinschaft Falun Gong unter ungeklärten Umständen.

Die Lagerleitung gab als Ursache einen Herzinfarkt an. Amnesty International berichtet indes, bei einer forensischen Untersuchung seien Prellungen im Brustbereich und drei gebrochene Rippen nachgewiesen worden. Dies weise eher darauf hin, dass der Mann zu Tode gefoltert worden sei.

Während Lis Haftzeit kam in einem anderen Abschnitt von Xishanping ein weiterer Gefangener um. Wang Shangcai, der jüngere von Lis Cousins, der in diesem Abschnitt untergebracht war, hat die Leiche nach eigenen Angaben gesehen.

Bei dem Verstorbenen habe es sich um einen 50-jährigen Mann namens Bei Pan* gehandelt, erzählt Wang. Er sei alleinstehend gewesen und habe sich bis zu seiner Verhaftung um seine siebenjährige Tochter gekümmert.

Als Bei im Straflager verschwand, hatte das Mädchen niemanden mehr, der für sie sorgte. Bei fürchtete, seine Tochter würde verhungern. Er habe die Lagerpolizisten gebeten, nach dem Mädchen zu schauen. Doch die Beamten hätten ihm nicht helfen wollen. Da habe sich Bei aus Verzweiflung umgebracht.


SCHUTZ

Er hatte nur eine kleine Chance, die aber wollte Li nutzen. Er hatte herausgefunden, dass er über drei Ecken jemanden aus der Verwaltung von Xishanping kannte. Die Frau eines Kumpels von ihm war mit einem der Lagerpolizisten befreundet. Als Huang ihn in der folgenden Woche besuchte, bat er sie, mit der Frau zu reden. Vielleicht könnte sie bei dem Polizisten ein gutes Wort für ihn einlegen.

Kurz darauf brachte ein Gruppenleiter Li zu einem etwa 40-jährigen Beamten. Der Mann wollte wissen, warum Li im Straflager war. Als Li alles erzählt hatte, nickte er. "Ich bin nicht so mächtig", sagte er. "Aber ich werde versuchen, dir zu helfen."

Auch Xie versuchte, sich abzusichern. Ein Freund eines Freundes von ihm war Polizist. Xie bat seine Frau, den Beamten zu bestechen. Kurz darauf rief der Polizist in Xishanping an und bat die Lagerleitung, Xie zu schonen. Es ärgerte Xie, dass sein Geld an den korrupten Staat floss. Aber seine Sicherheit war ihm wichtiger.

Sun setzte weiter auf die abschreckende Wirkung seiner Fäuste. Wurde er angebrüllt, brüllte er zurück. Wurde er geschlagen, schlug er zurück. Er übte sich darin, auch starke Schmerzen auszuhalten. Er schwor sich, He Gang gegenüber nie schwach zu sein.


TOTES SCHWEIN

In der Fabrik arbeitete ein ärmlicher Bauer. Er hatte keine Beziehungen, um sich abzusichern, und auch kein Geld, um sich zusätzliches Essen zu kaufen. Ständig quälten ihn die Wärter, oft musste er bis weit nach Mitternacht arbeiten. Zhao war ausgemergelt und wirkte verzweifelt. Sizhu wurden Häftlinge wie er genannt, "totes Schwein".

Eines Tages kam der Bauer zu Li. "Die Wächter respektieren dich, weil du gut löten kannst", sagte er. "Bitte beschütze mich. Ich trage dir dafür das Wasser für deine Sonntagsdusche." Li schickte den Mann wieder weg. Er hatte genug damit zu tun, sich selbst zu schützen. "Diene den Gruppenleitern", riet er ihm. "Das schützt dich mehr."

Kurz darauf war der Bauer verschwunden. Erst einen Monat später tauchte er wieder auf. Er war stark abgemagert, seine Zähne waren schmutziggelb, und er stank wie ein Tier. Li erfuhr, dass der Mann sich mit einem der Aufseher geprügelt hatte und zur Strafe dreißig Tage in Einzelhaft verbringen musste. Er schämte sich, dass er ihm nicht geholfen hatte.


KONKURS

Dank Lis Polizistenfreund wurde das Leben in Xishanping für die drei Freunde etwas erträglicher. Der Beamte habe sich regelmäßig erkundigt, ob die Gruppenleiter ihn einigermaßen gut behandelten, erzählt Li. Ab und zu habe er ihm eine kleine elektrische Kochplatte geborgt. Für Li, Xie und Sun war das Gerät ein großer Schatz.

Immer wenn sie die Platte hatten, trafen sie sich im Zimmer von Xie und Sun und kochten sich zusammen eine Extramahlzeit. Sie kauften eingelegtes Gemüse oder Sauerkraut im Kiosk der Polizistenfrauen und brieten es in etwas Öl an. Dann teilten sie das Essen und ihre Sorgen.

Li fragte sich, was für eine Welt er nach seiner Entlassung betreten würde. Das China, an das er geglaubt hatte, war eine Lüge gewesen. Wie war sein Land wirklich?


Xie erzählte von der Textilfabrik, die er vor zwanzig Jahren mit seiner Frau aufgemacht hatte und die für ihn viel mehr war als nur der Quell seines Reichtums.

Seine Jugend hatte Xie auf dem Land verbracht, in einem Dorf, zu dem keine vernünftige Straße führte. Die Eltern betrieben dort ein kleines Lebensmittelgeschäft. Ihre Waren besorgten sie sich in der nächstgrößeren Stadt, sie trugen sie kilometerweit auf dem Rücken über die Berge.

Die Eltern arbeiteten hart, damit wenigstens eines ihrer vier Kinder zur Universität gehen konnte. Die Wahl fiel auf Xie. Als er erwachsen war, zog er in die Stadt Fulin, um traditionelle chinesische Malerei zu studieren. Nach seinem Abschluss schlug er sich eine Weile als Wanderarbeiter durch. Dann zog er nach Chongqing, lieh sich siebentausend Yuan und baute sich sein eigenes Textilunternehmen auf. Die Geschäfte liefen gut. Die Firma expandierte rasch. Xie fühlte sich frei, selbstbestimmt und stolz.

Nun saß er im Straflager, und seine Fabrik war geschlossen. Seine Frau hatte sich nicht alleine um alles kümmern können. Sie hatte die rund fünfzig Näherinnen und Näher von einem auf den anderen Tag entlassen.

Xie schämte sich für die Schande, die er über seine Familie brachte. Ihr Vermögen war aufgezehrt, aber sie hatten noch immer Schulden bei Geschäftspartnern. Wer kümmerte sich jetzt um seine Frau und seine Tochter? Wovon sollten sie jetzt leben?


Sun erzählte oft von seinem Lkw, der noch immer in Chongqing auf dem Parkplatz seines letzten Kunden stand.

Einmal fanden Li und Xie ihren Freund in nachdenklicher Stimmung. Sun begann zu reden, von 1997, der vielleicht besten Zeit seines Lebens. Seine Frau Ma* und er hatten gerade geheiratet und gemeinsam eine Eiscrememanufaktur eröffnet.

Der erste Sommer kam, und es regnete viel. Fast niemand kaufte ihr Eis. Der zweite Sommer kam, und es war viel zu kalt. Als die Fabrik kurz vor der Pleite stand, ging Sun zu einem Feng-Shui-Meister. Der sagte, Ma und ihm fehle das Wasserelement. Ein Paar wie sie könne mit Eiscreme kein Geld verdienen.

Ma machte Sun oft Vorwürfe, dass das Geschäft nicht lief. Sie kam aus einer wohlhabenden Familie und war Erfolge gewohnt. Sun fühlte sich minderwertig. Doch er zeigte es nicht. Stattdessen kommandierte er Ma herum. Sie stritten immer heftiger. Schließlich drohte Ma mit der Scheidung. Sun war tief gekränkt.

"Wenn du willst, dann können wir das so machen", sagte er.

Seitdem, erzählte Sun seinen Freunden, sei es mit seinem Leben nur noch bergab gegangen. Ohne Scheidung wäre er nie Lkw-Fahrer geworden und ohne Lkw nie im Straflager gelandet. Er sorgte sich, dass sein Sohn ihn vergessen würde. Er hatte ihn noch kein einziges Mal in Xishanping besucht.


RUINEN

Am 21. Januar 2010 wies das Mittlere Chongqinger Gericht die Beschwerde gegen Lis Verurteilung zum Straflager ab. Es gebe genügend Beweise, dass Li und seine beiden Cousins die soziale Ordnung gestört hätten, hieß es in der Urteilsbegründung, die das Gericht Huang Guoyu zustellte.

Im Frühjahr kam ein Abrisstrupp nach Shuanghe Liushe. Männer mit schwerem Gerät zertrümmerten die Außenwände und das Dach von Lis altem Bauernhaus. Als sie fertig waren, holten sie eine Schablone heraus und sprühten ein rotes Schriftzeichen neben die Eingangstür:

"Dieses Haus wird abgerissen."


Als Huang Guoyu und die Kinder später am Tag nach Hause kamen, fanden sie nur noch eine Ruine vor. Sie warteten auf Lis Vater, sammelten ihre wichtigste Habe zusammen und fuhren zu Lis kleinem Elektroladen. Dort richteten sie sich ein neues provisorisches Heim ein.

Huang erzählt, dass sie sich in ihrem Leben noch nie so ohnmächtig gefühlt habe wie in dieser Zeit. Erst hatte der Staat ihr den Mann weggenommen, jetzt nahm er ihr auch noch das Haus. Der Elektroladen hatte keine Kunden mehr, weil nur Li die Geräte reparieren konnte. Die Ersparnisse der Familie Li schmolzen dahin. Die Kinder weinten, weil sie ihren Papa vermissten. Und Lis Vater zog sich immer mehr in sich selbst zurück.

Huang wäre fast selbst zusammengebrochen vor lauter Trauer und Bitterkeit, nur gab es für diese Gefühle jetzt keinen Raum. Der alte Mann, die Kinder, ihr Ehegatte: Alle waren jetzt von ihr abhängig. Sie musste jetzt das tun, was sonst immer Li für die Familie getan hatte.

Huang reichte Berufung gegen das Urteil des Mittleren Gerichts ein. Das Hohe Gericht von Chongqing setzte einen Termin im Juni an.

SCHWEIGENDES LEID

Alle zwei Wochen fuhr Huang ihren Mann besuchen. Da sie keinen Führerschein hatte, habe sie jedes Mal ein Auto samt Fahrer gemietet, erzählt sie. Sie fragte jedes Mal ihre Tochter, ob sie mitwolle, und jedes Mal lehnte Shuiting ab. Sie wollte vor ihrem Vater nicht in Tränen ausbrechen.

Die Fahrt nach Xishanping und zurück dauerte gut sechs Stunden; die Besuchszeit betrug zehn Minuten. Ein Aufseher führte Huang in einen Raum, der in der Mitte von einer Glasscheibe geteilt war. Auf jeder Seite der Scheibe stand ein Hocker. Li musste sich hinsetzen, ein Wärter stellte sich neben ihn. Dann nahm Huang auf der anderen Seite Platz. Die Scheibe war schalldicht, sie konnten nur durch ein Telefon miteinander sprechen. Der Wärter hörte jedes Wort mit.

Huang betrachtete Li. Es schmerzte sie, ihren Mann so zu sehen. Abgemagert, bärtig, verwildert, mit kahl rasiertem Kopf. Sie versuchte, es ihm nicht zu zeigen.

Jedes Mal, wenn Huang nach Xishanping fuhr, lud sie Lis Geldkarte auf. "Ich bin nicht hier, um zu genießen", pflegte er dann zu sagen. "Spar das Geld für zu Hause."

Von den Gruppenleitern, die ihm regelmäßig die Geldkarte raubten, erzählte er nichts.

Huang berichtete vom zerstörten Haus. Sie sagte, dass sein Vater, die Kinder und sie jetzt im Elektroladen wohnten.

Li fühlte sich wie ein Lamm auf der Schlachtbank. Er versuchte, es Huang nicht zu zeigen.


Xies Frau brachte bei ihren Besuchen oft Automagazine mit. Er hätte ihr von den Kopfschmerzen erzählen können, die ihn jetzt fast täglich plagten, von den schlaflosen Nächten, von dem Stechen in der Magengegend. Er redete lieber übers Geschäftliche.

Nach der Pleite der Fabrik hatten sie sich viel Geld leihen müssen. Um die Schulden abzutragen, mussten sie ihre Luxuswohnung verkaufen. Das galt es nun zu besprechen.

"Egal welcher Klasse du angehörst, egal wie reich du bist - es kann sein, dass du in China plötzlich alles verlierst", sagt Xie heute über diese Zeit. "Wir leben in einem dunklen System. In permanenter Unsicherheit."


Sun bekam nur ein einziges Mal Besuch von seiner Familie. Kurz vor dem chinesischen Neujahr kam sein ältester Bruder. Der Vater wusste nicht, dass Sun im Straflager war. Die Brüder hatten ihm erzählt, Sun sei mit dem Lkw auf einer langen Reise.


DER GEFESSELTE DRACHE

Xie hatte schon den ganzen Tag strammstehen müssen. Morgens hatte er zwischen der Fabrik und den Wohnblöcken gestanden. Mittags hatte er in der Kantine an einer Wand gestanden und zugesehen, wie die anderen aßen. Am Abend schließlich stand Xie im Flur zu den Schlafsälen, während die anderen zu Bett gingen.

Er hatte es fast immer geschafft, keinen Ärger mit den Gruppenleitern zu provozieren. An diesem Morgen aber hatte er die Beherrschung verloren.

Xie hatte wieder zusehen müssen, wie He Gang und seine Schergen seinen Freund Sun verprügelten, und er hatte wieder nichts für Sun tun können.

Er hatte an die geschlossene Fabrik gedacht, an die verkaufte Wohnung, an den teuren Rasierer, den sie ihm geraubt hatten. Er hatte sich noch nie in seinem Leben so ohnmächtig gefühlt.

Beim Frühappell sollten sie die Lieder der Kommunistischen Partei singen. Xie sang nicht mehr mit.

Plötzlich schlug ihm jemand von hinten auf den Kopf. Xie drehte sich um und sah Zhan Bai. "Mitsingen!", befahl er. Xie weigerte sich. Sie waren kurz davor, sich zu prügeln, als ein paar umstehende Häftlinge sie voneinander trennten.

Zur Strafe für seinen Ungehorsam musste Xie den ganzen Tag strammstehen. So kam es, dass er noch immer auf dem Flur vor dem Schlafsaal stand, zornig und müde, mit vor Schmerzen hämmerndem Kopf, während die anderen Häftlinge an ihm vorbeigingen und versuchten, ihn möglichst wenig zu beachten.

"Wenn du ein Drache bist, darfst du nicht fliegen", dachte Xie. "Wenn du ein Tiger bist, darfst du nicht springen." Sein Leben würde nie wieder wie früher sein. Der chinesische Traum war für ihn geplatzt.


WEIQI

Da kamen sie. Sun hörte ihre Schritte auf dem Gang. Er hatte es geahnt. Dieses Mal war er wohl zu weit gegangen.

Drei Tage lang hatte He Gang sein Arbeitssoll gesteigert, erinnert sich Sun. Schließlich hatte er die Beherrschung verloren und den Gruppenleiter angebrüllt. "Wangba gaozi", hatte Sun gerufen, "du Hurensohn."

He Gang hatte daraufhin den Hocker weggerissen, auf dem Sun saß. Sun war auf den Boden geknallt, wutentbrannt wieder aufgesprungen, auf He Gang zugerast und hatte ihm mit voller Kraft zweimal aufs Schlüsselbein geschlagen.

Den Tag über hatten die Gruppenleiter Sun in Ruhe gelassen. Nun aber kamen sie zu ihm, umringten ihn, befahlen den anderen Häftlingen, den Raum zu verlassen.

Sie waren zu acht.

"Weiqi", dachte Sun.


Die Wächter hielten Sun fest. Sie schlugen auf ihn ein, bis er zu Boden ging. Dann traten sie mit voller Kraft von allen Seiten gegen seinen Körper. Sun hielt sich die Arme vors Gesicht. Er krümmte seinen Körper, um seine Organe zu schützen.

Die Männer ließen erst von ihm ab, als er sich vor Schmerzen nicht mehr bewegen konnte. Dann brachten sie ihn in das Gebäude mit der großen Eisentür, in dem Sun zu Anfang seiner Straflagerzeit gewesen war.

Der Trakt mit den Einzelzellen befand sich im dritten Stock. Zwei Häftlinge, die sich mit He Gang gutstellen wollten, schoben Sun in eine der Zellen.

EINZELHAFT

Der Raum maß vielleicht zwanzig Quadratmeter. Der einzige Gegenstand, der sich darin befand, war ein Eimer, der als Toilette diente und der nur einmal pro Woche geleert wurde. Die Temperatur in der Zelle lag wenige Grad über null. Sun fror augenblicklich. Die Wächter hatten ihm nur die Kleider gelassen, die er am Leib trug: ein Hemd, eine blaue Straflagerjacke, eine dünne Stoffhose und ein Paar Wollpantoffeln.

Vor der rechten Wand war mit gelber Farbe ein etwa fünfzig mal fünfzig Zentimeter großes Quadrat auf den Boden gemalt. Jeden Morgen um 6 Uhr musste sich Sun dort kerzengerade hineinstellen, die Hände an die Hüften pressen und die Wand anstarren. Er durfte sich nicht anlehnen und nicht sprechen. Der restliche Tag war streng getaktet.


6 bis 8 Uhr: strammstehen. Zehn Minuten Frühstück.

8.10 Uhr bis 9.30 Uhr: strammstehen. Zehn Minuten Pause.

9.40 Uhr bis 11.30 Uhr: strammstehen. Zwei Stunden Mittagspause.

13.30 bis 15 Uhr: strammstehen. Zehn Minuten Pause.

15.10 Uhr bis 18 Uhr: strammstehen. Eine halbe Stunde Abendessen.

18.30 Uhr bis 22 Uhr: strammstehen. Schlafenszeit.


Dreißig Tage musste Sun nach diesem Schema leben, tagein, tagaus starrte er gegen die Wand. Während der Pausen durfte Sun den Toiletteneimer benutzen, in der Zelle umhergehen oder sich hinsetzen. Hinlegen durfte er sich nicht.

Kälte kroch in ihn hinein, seine Hände und Füße wurden taub. Nachts, wenn er auf dem Fußboden lag, eingewickelt in sein klammes, dünnes Laken, verlor Sun oft die Kontrolle über sein Zittern. Er fror so stark, dass er oft erst in den Morgenstunden erschöpft einschlief.

Ekel stieg in ihm hoch. Ekel vor seiner Zelle, dem Sadismus der Wärter, vor dem Latrineneimer, den er nicht leeren durfte. Ekel vor sich selbst. Vor der schmutzstarrenden Kleidung, die er nicht wechseln durfte. Vor dem Gestank seines Körpers, den er nicht waschen durfte. Vor seinen pelzigen Zähnen, die er nicht putzen durfte.

Sein Hunger und Durst wuchsen täglich. Zum Frühstück gab es zwei Dampfbrötchen. Zum Mittag- und Abendessen eine kleine Schüssel Reis und etwas Gemüse oder Suppe. Zu jeder Mahlzeit bekam er einen kleinen Plastikbecher voll Wasser. Sun verlor Gewicht, zehn Kilo, fünfzehn Kilo, vielleicht mehr. Er sagt, er habe sich nicht mehr richtig lebendig gefühlt.

Gedanken rasten durch seinen Kopf, während er die graue, verputzte Wand anstarrte. Er dachte an seinen kranken Vater, der nicht wusste, dass Sun im Straflager war. Er dachte an seinen Sohn, der ihn in Xishanping nie besucht hatte. Und immer wieder dachte Sun an den Moment, in dem er sich scheiden ließ.

In den endlosen Stunden vor der grauen Wand wiederholte Sun oft eine Art Mantra. "Wenn ich in Freiheit wäre, könnte mir etwas zustoßen", sagte er sich, wenn die Sorgenspiralen zu düster wurden. "Ich könnte erschossen oder überfahren werden. Hier drinnen bin ich wenigstens sicher."

Er sagte sich das so lange, bis er es glaubte.


Manchmal befolgte Sun die Spielregeln nicht. Statt an die Wand zu starren, ging er in der Zelle auf und ab, oder er urinierte in seinen Eimer. Zur Strafe bekam er Prügel oder kein Essen. Dann aber fand er einen Weg, um sich die Einzelhaft ein wenig erträglicher zu machen.

Sein Wächter hatte viel Geld mit illegalem Glücksspiel verdient. Er hatte die Lagerpolizisten bestochen, um den recht erträglichen Job im Einzelzellentrakt zu bekommen. Er wollte seinen Posten um nichts auf der Welt riskieren.

Als Sun ihm zu viel Ärger machte, schlug der Wächter ihm einen Deal vor: Wenn niemand hinsah, dürfe Sun außer der Reihe auf und ab gehen. Dafür müsse er gehorchen, wenn Polizisten vorbeikamen. Sun willigte ein. Statt zwölfeinhalb Stunden musste er nun nur noch rund sieben Stunden pro Tag die Wand anstarren.


Einmal, an einem kalten Wintermorgen, fielen ein paar Sonnenstrahlen in seine Zelle. Sun legte sein schmutziges Laken in den Lichtkegel, um es ein wenig zu trocknen. "Ich werde das hier durchstehen", sagte er sich. "Wenn ich wieder frei bin, dann werde ich zu meinem Sohn fahren und mich besser um ihn kümmern."


HASS

Bei seiner Entlassung aus der Einzelhaft habe Sun ausgesehen wie ein Wilder, erzählen Li und Xie. Er sei stark abgemagert gewesen, Haare und Bart waren struppig, die Zähne tief gelb. In seinem Blick schien etwas erloschen zu sein.

Sun selbst glaubte, dass sich nun niemand mehr an ihn herantrauen würde. Jetzt, da er die schlimmste Strafe im Lager überstanden hatte.

Wenige Tage später schlug He Gang ihn in der Fabrik mit einem Buch, als er einen Fehler beim Löten machte.

Sun drückte He Gang gegen die Wand. "Ich kann dich jederzeit von der Welt verschwinden lassen", zischte er. "Ich werde dich nachts mit meiner Zahnbürste umbringen, wenn du mich weiter provozierst."

Ab diesem Tag ließ He Gang ihn in Ruhe.

Ein paar Wochen später, am 16. April 2010, wurde Sun ins Büro der Lagerpolizei gerufen. "Du darfst jetzt deine Sachen packen", sagte ein Wachmann. Sun ging in den Schlafsaal und verabschiedete sich von seinen Freunden. Dann verließ er Xishanping durch den Haupteingang. Niemand holte ihn ab.


DAS KRANKENLAGER

Xie wusste jetzt, woher seine ständigen Kopf- und Bauchschmerzen kamen. Er wusste jetzt, warum er in den vergangenen Wochen immer dünner geworden war.

Anfang Mai 2010 hätten sie ihn auf die Krankenstation von Xishanping gebracht, erinnert er sich. Entzündung der Gallenblase, lautete die Diagnose.

Die Ärzte wirkten ahnungslos, und auf der gesamten Station gab es nur einfache medizinische Geräte. Trotzdem behielten sie ihn wochenlang dort.

Xies Zustand verschlechterte sich bedenklich. Nachts konnte er kaum schlafen. Tagsüber starrte er stundenlang ins Leere. Jegliches Gefühl schien aus seinem Körper zu weichen.

Einmal wurde ein anderer Patient in Xies Zimmer ohnmächtig. Wärter kamen und trugen den Mann aus dem Raum. Sie sagten nicht, wohin sie ihn brachten. Xie sah ihn nie wieder.

Er dachte, dass er sehr wahrscheinlich sterben würde, wenn sie ihn auf der Krankenstation behielten.

Am 1. Juli 2010 kamen zwei Polizisten und brachten Xie zum Haupteingang von Xishanping. Draußen warteten seine Frau und seine Tochter. Xie war so aufgeregt, dass es ihm die Sprache verschlug. Er nahm die Hände seiner Tochter und hielt sie lange fest.

Die Familie brachte Xie ins Krankenhaus. Es dauerte mehr als drei Wochen, bis die Ärzte ihn gesund gepflegt hatten.


Eigentlich hätte Xie nun nach Xishanping zurückkehren müssen, seine Entlassung war erst für November vorgesehen. Er fuhr einfach nach Hause.

Mitte November erhielt Xie einen Brief. In drei knappen Sätzen wurde ihm mitgeteilt, dass seine Strafe in Xishanping jetzt offiziell beendet sei.



Lesen Sie in Teil 2, was Li, Xie und Sun im Straflager widerfährt.

Lesen Sie in Teil 3, wie das Straflager die Persönlichkeit von Li, Xie und Sun verändert.

Lesen Sie in Teil 4, wie Li, Xie und Sun versuchen, das Trauma von Xishanping zu verarbeiten.

Teil 1: Verhaftet
Teil 2: Folter und Zwangsarbeit
Teil 3: Die Verwandlung
Teil 4: Traumata

DAS TEAM

Konzept
Stefan Schultz

Recherche
Edward Lee
Jannika Schultz
Stefan Schultz

Text
Stefan Schultz

Fotos
Jannika Schultz

Videos
Edward Lee
Stefan Schultz
Jannika Schultz
Bernhard Zand

Animationen
Birk Reddehase

Zeichnungen
Mona Eing
Michael Meißner

Sprecher
Frank Gustavus

Kalligrafien
Edward Lee

Redaktion
Yasmin El-Sharif
Olaf Kanter
Birger Menke
Jens Radü

Dokumentation
Mara Küpper
Rainer Szimm

Rechtsabteilung
Sascha Sajuntz

Schlussredaktion
Christine Sommerschuh
Sebastian Hofer

Fotoredaktion
Nasser Manouchehri
Stephanie Meyer-Stolten

Videoschnitt
Roman Höfner
Aida Marquéz
Stefan Schultz

Grafik
Tobias Lauer
Michael Niestedt
Marcel Pauly
Hanz Sayami
Patrick Stotz

Motion Design
Ferdinand Kuchlmayr
Michael Niestedt

Musik
Caroline Dale
Ilan Eshkeri
Stephen Mclaughlin
Risto Miettinen
Andrew Raiher
Debbie Wiseman

Sounddesign
Birk Reddehase
Stefan Schultz

Programmierung
Chris Kurt

Technik
Axel Bolz

Testgruppe
Matthias Kaufmann
Timo Sauer
Stefan Schütt

Übersetzung ins Englische
Chris Cottrell
Charles Hawley
Daryl Lindsey

Übersetzung aus dem Chinesischen
Sebastien Armand
Maximilian Kalkhof
Edward Lee

Zusätzliches Bildmaterial
Getty Images
Julie Keith
Mapbox
Reuters
Xie Sunming
YouTube

Zusätzliches Videomaterial
Li Yiwen
Pu Zhiqiang
Xie Sunming

DAS DUNKLE SYSTEM



WAS BISHER GESCHAH

Der Elektriker Li Yiwen ist ein glühender Anhänger der Kommunistischen Partei. Als die Provinzregierung sein Haus abreißen will und er eine höhere Entschädigung dafür fordert, wird er plötzlich verhaftet. Der jähzornige Lkw-Fahrer Sun Jongdae wird nach einer Prügelei mit korrupten Wachmännern ebenfalls festgesetzt. Auch den Textilfabrikanten Xie Sunming führen Polizisten aus seiner Wohnung ab, nachdem er einen kurzen regierungskritischen Kommentar im Internet veröffentlicht hat. Die drei Männer werden ohne Gerichtsprozess ins Straflager Xishanping gebracht.

Der patriotische Li Yiwen, der jähzornige Sun Jongdae und der geschäftstüchtige Xie Sunming sind wegen kleiner Vergehen ins Straflager Xishanping gesteckt worden. Sie lernen sich dort kennen und verbünden sich gegen ihre Aufseher, die sie mit Prügeln, Psychoterror und tagelangem Wasserentzug quälen. Die Sträflinge müssen sechs Tage die Woche in bis zu 16-stündigen Schichten Lan-Anschlüsse löten und bekommen die Lehren der Kommunistischen Partei eingetrichtert. Als Sun mit dem aggressiven Aufseher He Gang aneinandergerät, eskaliert die Lage.

Die drei Chinesen Li Yiwen, Sun Yongda und Xie Sunming leiden im Straflager Xishanping seit Monaten unter Folter, Gehirnwäsche und Zwangsarbeit. Durch die traumatischen Erlebnisse beginnen sich ihre Persönlichkeiten zu verändern: Der temperamentvolle Sun wird 30 Tage in Einzelhaft gefoltert und verliert den Kontakt zu seinen Gefühlen. Der apolitische Xie entwickelt einen gewaltigen Hass auf die Regierung. Der patriotische Li verliert den Glauben an die Kommunistische Partei. Als die Männer schließlich freikommen, merken sie, dass sie ihr altes Leben nicht mehr weiterleben können.