Strategiewechsel Yahoo! bittet Kunden zur Kasse

Terry Semel, der Chef des Internetportals Yahoo!, hat eine grundlegende Änderung des Geschäftsmodells angekündigt. Künftig soll ein großer Teil des Umsatzes nicht mehr durch Werbung erwirtschaftet werden - sondern durch zahlende Kunden.


Terry Semel: Die Wall Street fordert konkrete Maßnahmen vom Yahoo-Chef
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Terry Semel: Die Wall Street fordert konkrete Maßnahmen vom Yahoo-Chef

San Francisco - Auf einer Analystenkonferenz in San Francisco erläuterte Semel, wie er das angeschlagene Internetportal Yahoo! in die Gewinnzone führen will. Wegen der schlechten Wirtschaftslage sind die Werbeeinnahmen, Yahoos Hauptumsatzquelle, weitgehend versiegt.

Semel will die Abhängigkeit von der Werbung verringern, indem er die Besucher der Site weitaus häufiger als bisher zur Kasse bittet. "Bisher haben wir vor allem Aufträge entgegengenommen", so Semel, "damit ist jetzt Schluss." Künftig soll nicht mehr das große Angebot von mit Werbebannern gespickten Gratisdiensten im Mittelpunkt stehen. Stattdessen werde das Angebot von kostenpflichtigen Diensten massiv ausgebaut. Der Yahoo!-Chef sagte, er erwarte bis 2004 einen Umsatzanteil durch Werbung von etwa der Hälfte statt von bisher 80 Prozent.

Yahoo! bestätigt Prognosen

Der Internetanbieter hat seine Gewinn- und Umsatzprognosen für das vierte Quartal 2001 bekräftigt und einen Umsatzanstieg für 2002 in Aussicht gestellt. Der Umsatz dürfte zwischen 160 Millionen und 180 Millionen Dollar liegen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in New York mit. Der Gewinn je Aktie dürfte zwischen null und einem Cent je Aktie betragen.

Für das kommende Jahr erwartet Yahoo! einen Umsatz zwischen 725 Millionen und 785 Millionen Dollar und einen Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibung und Amortisierung (Ebitda) von 35 Millionen bis 75 Millionen Dollar.

Yahoo!-Präsident Jeff Mallett teilte zudem mit, mehrere hundert Jobs würden gestrichen. Insgesamt werde die Zahl der Mitarbeiter um etwa 300 verringert.



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