Streik auf dem Bau Alle Kellen liegen still

Im Tarifkonflikt des Baugewerbes kommt es von Montag an zum ersten bundesweiten Streik der Nachkriegszeit. Die Arbeitgeber sprechen von einem "Spiel mit dem Feuer".


Baustelle: Arbeitskampf für den Osten
AP

Baustelle: Arbeitskampf für den Osten

Berlin - Die Bau-Arbeitgeber haben das Votum der IG BAU für den ersten bundesweiten Streik ab Montag als "Spiel mit dem Feuer" scharf kritisiert. "Die katastrophale Lage am Bau erlaubt keinen Streik", teilte der Verhandlungsführer der Arbeitgeber und Vizepräsident des Hauptverbandes der Bauindustrie, Thomas Bauer, am Samstag in Berlin mit. Er forderte die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Ein Streik sei "unverantwortlich". Bei der Urabstimmung hatten 98,6 Prozent der IG-BAU-Mitglieder, die ihre Stimme abgaben, für einen Arbeitskampf gestimmt.

Die Arbeitgeber seien mit ihrem Angebot von 3,0 Prozent mehr Geld bereits an die "Schmerzgrenze des wirtschaftlich Verträglichen" gegangen, sagte Bauer. Die IG BAU fordert in dem seit Februar dauernden Tarifkonflikt für die 850 000 Beschäftigten Einkommenserhöhungen von 4,5 Prozent.

Der Vizepräsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Werner Kahl, sprach von einem "nutzlosen Streik". "Hätte ein wirklicher Wille zur Einigung bestanden und wären die Mitglieder der IG BAU über das Angebot der Arbeitgeber ehrlicher unterrichtet worden, hätte dieser Arbeitskampf vermieden werden können", teilte Kahl in Berlin mit. "Leider hat die IG BAU aber die traditionell gute Sozialpartnerschaft in unserem Wirtschaftszweig beschädigt und sich damit in das Schlepptau radikaler Gewerkschaften begeben."



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