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Streikgegner DAG

aus DER SPIEGEL 3/1972

Die Deutsche Angestellten-Gewerkschaft (DAG) zeigte sich von bester Arbeitgeberseite. Mit der Androhung »arbeitsrechtlicher Konsequenzen -- von der fristlosen Entlassung bis zum Gehaltsabzug und der Versetzung -- zwang letzten Mittwoch die Düsseldorfer Landeszentrale in Obereinstimmung mit dem Hamburger Bundesvorstand der DAG fünf Mitarbeiter ihrer Bonner Geschäftsstelle, einen eintägigen »Warnstreik« abzublasen. Die Bonner DAG-Funktionäre wollten mit einer Arbeitsniederlegung (Geschäftsführer Peter Stumph: »Wir können ja nicht die CITY mit unserer Interessenvertretung beauftragen") der Forderung des Gesamtbetriebsrats nach neunprozentiger Gehaltserhöhung »mit sozialadäquaten Mitteln Nachdruck verleihen« (Stumph). Um »das Streikverbot des Vorstandes« zu kontern und »die Arbeitnehmerrechte von Gewerkschaftsangestellten grundsätzlich zu klären«, erhob Bonns Geschäftsführer beim Hamburger Arbeitsgericht Klage gegen seinen Bundesvorstand. Stumph hofft auf die Feststellung, daß die Bonner Arbeitsniederlegung Rechtens gewesen wäre. Zugleich soll dem DAG-Vorstand untersagt werden, bei künftigen Warnstreiks fristlose Kündigung oder andere Maßnahmen »wegen Arbeitsverweigerung« anzudrohen.

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