Streiks Bahn legt neues Angebot vor

Die Deutsche Bahn hofft im Tarifstreit auf eine schnelle Lösung - auch, weil sie allen drei Gewerkschaften eine neue Offerte machen will. Eine Einigung mit den Lokführern ist allerdings unwahrscheinlich, denn bei deren Forderungen will die Bahn hart bleiben.


Berlin - Die Bahn sei "zuversichtlich, dass wir weiterkommen", sagte Personalvorstand Margret Suckale heute im ZDF vor dem am Vormittag beginnenden Treffen mit den Gewerkschaften Transnet und GDBA. Suckale bekräftigte, die Bahn werde dabei ein "neues verbessertes Angebot" vorlegen. Allerdings müsse die "erhebliche Arbeitsplatzsicherheit" bei der Bahn berücksichtigt werden. Dazu passten "wirklich nur moderate Abschlüsse". Die Forderung der Gewerkschaft der Lokführer (GDL) nach einem eigenen Tarifvertrag lehnte Suckale weiter ab. Die Bahn wolle "keine Spaltung der Belegschaft, nicht Mitarbeiter erster und zweiter Klasse".

Anzeigentafel im Bahnhof: Streiks sind vorerst ausgesetzt
DPA

Anzeigentafel im Bahnhof: Streiks sind vorerst ausgesetzt

Transnet und GDBA fordern in der Tarifrunde sieben Prozent mehr Lohn, die GDL im Rahmen eines eigenen Spartentarifvertrags für Lokführer und Zugbegleiter bis zu 31 Prozent mehr. Zunächst hatte die Bahn neben einer Einmalzahlung von 300 Euro Erhöhungen um jeweils zwei Prozent für die Jahre 2008 und 2009 angeboten. Nach den ersten Warnstreiks seit Wochenbeginn, die den Pendelverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmlegten, bot die Bahn jedoch neue Gespräche für heute Vormittag an. Bis dahin setzen die Gewerkschaften weitere Warnstreiks aus.

Mit der GDL will die Bahn getrennt in Frankfurt verhandeln, hat allerdings angekündigt, bei den Gesprächen hart bleiben zu wollen. Einkommensverbesserungen von 31 Prozent seien eine "völlig inakzeptable Forderung", sagte Suckale. Man wolle nicht erpressbar werden. Das Argument, es handele sich bei den Lokführern um eine Berufsgruppe mit besonders hoher Verantwortung, wies Suckale zurück. Die Deutsche Bahn sei ein hoch technisiertes Unternehmen, bei dem viele Mitarbeiter hohe Verantwortung trügen. "Aus diesem Grund besteht überhaupt kein Grund, warum Lokführer im Verhältnis mehr bekommen sollen als andere."

Gleichzeitig verwies Suckale auf den harten Konkurrenzkampf im deutschen Bahngeschäft. "Im Durchschnitt zahlen wir in Spitzen sogar bis zu 25 Prozent mehr als der Wettbewerb." Darüber hinaus sei nicht einzusehen, warum die Deutsche Bahn, "mit derselben Gewerkschaft, die bei unseren Wettbewerbern nur zwei bis drei Prozent abschließt", einen höheren Tarifabschluss machen solle.

sam/AFP/dpa



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