Streit mit der Ukraine Russland warnt EU vor Gas-Lieferproblemen

Pünktlich zur kalten Jahreszeit spitzt der Konflikt sich zu: Russland streitet mit der Ukraine um Altschulden - und droht deshalb mit Lieferunterbrechungen beim Gas. Das könnte auch die Versorgung der EU gefährden.


Moskau - Die russische Regierung hat die EU-Staaten angesichts des fortdauernden Gasstreits mit der Ukraine vor möglichen Lieferschwierigkeiten gewarnt: Die "uneinsichtige Haltung" der Ukraine drohe, die "Stabilität der Gaslieferungen in Richtung Europa" zu beeinträchtigen. Das teilte Vizeregierungschef Wiktor Subkow in einem am Montag in Moskau veröffentlichten Schreiben an die EU- Kommission und die Regierungen der Gas importierenden Länder mit.

Gaspipeline in der Ukraine: Schulden von 1,5 Milliarden Euro
AP

Gaspipeline in der Ukraine: Schulden von 1,5 Milliarden Euro

Subkow verwies auf die Verpflichtung Russlands, die EU-Partner im Vorfeld über mögliche Schwierigkeiten zu informieren. Bei ähnlichen Streitigkeiten zwischen Moskau und Kiew vor drei Jahren war es auch in der EU kurzzeitig zu Lieferausfällen gekommen.

Russland macht gegenüber der Ukraine Gasschulden von umgerechnet 1,5 Milliarden Euro geltend. Moskau hat angekündigt, wie schon in der Vergangenheit von Neujahr an kein Gas mehr für die Abnehmer in der Ukraine zu liefern, sollten die Schulden nicht getilgt werden.

Beim Gaskonflikt vor drei Jahren hatte Moskau dem Nachbarn vorgeworfen, für die EU bestimmtes Gas illegal aus den Transitleitungen abgezweigt zu haben. In diesem Jahr hat die Ukraine nach Medienberichten deutlich höhere Reserven gespeichert. Die jüngste Lieferunterbrechung für die Ukraine im März 2008 blieb für den Westen ohne Auswirkungen.

Eine ähnliche Warnung kam vom russischen Staatsmonopolisten Gasprom Chart zeigen: Der Konzern hält Lieferunterbrechungen bei der Gasversorgung für die Europäische Union wegen des Schuldenstreits mit der Ukraine für möglich. "Wir können nicht ausschließen, dass die Position der Ukraine und ihre Schritte, die mit der Gasdurchleitung durch ihr Gebiet verbunden sind, zu einer Störung der Lieferstabilität nach Europa führen könnte", hieß es am Montag in einer Pressemitteilung des Konzerns.

Gasprom hatte in der vergangenen Woche damit gedroht, dem Nachbarland ab Januar kein Gas mehr zu liefern, weil die Regierung in Kiew ihre Schulden bis Ende des Jahres nicht begleichen könne.

sam/dpa/Reuters



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