Streit mit Kartellamt Springer macht Zugeständnisse für Übernahme von ProSieben

Im Streit zwischen dem Axel-Springer-Verlag und dem Kartellamt scheint sich eine Lösung anzubahnen. Laut der "Süddeutschen Zeitung" ist der Verlag zu erheblichen Zugeständnissen bereit, um die Bedenken gegen eine Übernahme der Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 auszuräumen.


München - Die Axel Springer AG habe der Behörde am Donnerstag unter anderem angeboten, ihre Verbindungen zum Medienriesen Bertelsmann weitgehend abzubrechen, berichtete die Zeitung. Springer stellte demnach in Aussicht, einen Anteil von 25,1 Prozent an dem Tiefdruckunternehmen Prinovis, das mehrheitlich zu Bertelsmann gehört, zu verkaufen. Offenbar seien auch Maßnahmen bei von Springer und Bertelsmann gemeinsam betriebenen Pressevertriebsfirmen und Privatradios geplant.

Wie das Blatt weiter berichtete, protestierte das mit Springer traditionell befreundete Verlagshaus Hubert Burda Media beim Kartellamt bereits frühzeitig gegen den von Springer geplanten Zusammenschluss mit ProSiebenSat1, weil durch die Verbindung eine erdrückende Medienmacht in Deutschland entstehe. Burda befürchte vor allem Nachteile bei der Akquisition von Werbeaufträgen für seine Zeitschriften. Springer könne in seinen Zeitungen und Fernsehsendern Werbekombinationen mit hohen Rabatten anbieten und anderen Verlagen Aufträge wegschnappen, hieß es.

Das Kartellamt hatte zuvor Bedenken gegen den Kauf der Fernsehgruppe durch Springer angemeldet und mit einem Verbot gedroht. Springer wurde jedoch die Möglichkeit eingeräumt, die Wettbewerbshüter bis Donnerstag um Mitternacht von der Unbedenklichkeit des Geschäfts für die deutsche Medienlandschaft zu überzeugen.



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