Streit mit Zulieferer Chrysler droht kompletter Produktionsstopp

Chrysler kommt nicht zur Ruhe: Nachdem man einem Zulieferer den Vertrag gekündigt hat, kommen Bauteile nicht mehr an. Dem US-Autobauer droht der komplette Produktionsstopp. Allein diese Woche rechnet man mit Verlusten von gut 225 Millionen Dollar.

Detroit - Produktionsausfälle bei Chrysler: Vier Fabriken im Osten und Norden der USA bleiben vorübergehend geschlossen, 10.500 Angestellte sind davon betroffen, teilte das Unternehmen mit. In einer fünften Fabrik habe die Arbeit gedrosselt werden müssen. Bis Ende der Woche könnten alle 14 nordamerikanischen Fabriken betroffen sein, bestätigte eine Sprecherin des Autoherstellers.

In den Werken stehen die Bänder still, weil zahlreiche wichtige Plastikteile fehlen. Chryslers Zulieferer Plastech Engineered Products hat die Versorgung gekappt, nachdem ihm Chrysler Ende vergangener Woche den Vertrag gekündigt hatte. Plastech lieferte dem drittgrößten US-Autobauer bislang rund 500 Bauteile. Der Zulieferer beantragte inzwischen Gläubigerschutz.

Die Konfrontation markiert laut US-Medien einen Strategiewechsel in der Branche: Bisher stützten Amerikas Autobauer schwächelnde Zulieferer im Zweifel lange Zeit - so zuletzt auch Plastech. Jetzt hat sich Chrysler an diese Konvention nicht mehr gehalten. General Motors und Ford, die beiden größten US-Hersteller, halten Plastech dagegen noch die Treue.

Der Ausfall kommt Chrysler teuer zu stehen: Allein in dieser Woche kostet er laut Berichten mehr als 225 Millionen Dollar (153 Millionen Euro). Chrysler war im vergangenen Sommer vom Daimler-Konzern an den US-Finanzinvestor Cerberus verkauft worden. Daimler ist noch mit knapp 20 Prozent beteiligt. Als nun privates Unternehmen ist Chrysler nicht mehr zur Vorlage seiner Bilanzen verpflichtet. Früheren Medienberichten zufolge fuhr der Hersteller 2007 einen Verlust von mindestens 1,6 Milliarden Dollar ein.

ssu/AFP/dpa

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